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NWZonline.de Region Bremen

Vergessene Pflanzen in Bremen entdecken

01.08.2018

Bremen Ein herrlicher Ort für den Sommer: Treppenstufen führen abwärts in einen tief liegenden, fast versunkenen Garten. Eine Sitzbank. Drumherum bewachsene, natürliche Steine. Der Blick nach oben fällt auf eine Pflanzenpracht. Die „Sonnenfalle“ gehört sicher zu den schönsten Orten der Stadt. Sie befindet sich im „Floratrium“, dem Lehr- und Erlebnisgarten des Landesverbandes der Gartenfreunde im Stadtteil Horn.

Umgekehrte Welt

Die Sonne scheint auf die „Sonnenfalle“. Herbstkrokusse sind zu sehen sowie Zierdisteln, Lungenkraut und viel mehr. „Normal schauen wir von oben nach unten auf Pflanzen“, sagt Hartmut Clemen (59), Leiter des „Floratriums“: „Hier ist es umgekehrt.“ Ältere besuchten diesen Ort gern, aber auch frisch verlobte Pärchen. Besonders schön sei der Ort an einem Sommerabend, sagt Clemen, der diesen Garten vor 15 Jahren angelegt hat, als er seine Arbeit im „Floratrium“ begann.

Doch auf dem 10  000 Quadratmeter großen Areal findet sich weit mehr. 80 Obst- und Gemüsesorten wachsen hier im Einklang mit der Natur, viele von ihnen selten und fast vergessen. In den Sommerferien ist es recht ruhig im „Floratrium“. Außerhalb der Ferien findet dort Arbeit mit Kindergartengruppen und Grundschulklassen statt. Auf dem Gelände mit Tagungshaus werden Fachberater für Kleingartenvereine ausgebildet. 110 Vereine gehören zum Landesverband der Gartenfreunde Bremen.

Ein seltener Anblick: Hirschhornwegerich. Seine Blätter erinnern von der Form her an Hirschhörner. „Der Hirschhornwegerich passt gut zu Schnittsalat“, sagt Clemen. Direkt nebenan wächst Neuseeländer Spinat. Dieser sei dickfleischiger und herzhafter als der gängige Spinat und man könne ihn auch im Sommer kultivieren. Würde man normalen Spinat im Sommer anbauen, würde sofort die Blüte beginnen und die für die Ernte interessanten Blätter nicht entstehen, so Clemen.

Eine Augenweide

Die Flach- und Hügelbeete sind eine Augenweide. „Ich möchte den Gartenfreunden zeigen, was ein Garten zu bieten hat“, sagt Clemen. Er präsentiert die Melde, mit großen, grünen Blättern. Sie soll sich hervorragend im Salat machen, kann auch eine Alternative zu Spinat darstellen. Ebenfalls mit großen Blättern fällt der Chicorée auf. Doch die prächtigen Blätter sind für den Gärtner nicht das Spannende: „Die Blätter werden gelb, dann kommt die Wurzel raus. Sie kommt im Keller bei Dunkelheit und höchstens zwölf Grad in eine Kiste mit Kompost.“ Die Wurzel treibe den essbaren Chicorée.

Auch gängige Kulturpflanzen sind zu sehen. Bei der Kartoffel findet der Besucher mehrere Arten, darunter Linda, Ackersegen und Sieglinde. „Hier lernen Kinder, wie die Kartoffel auf den Teller kommt. Viele Kinder aus der Stadt wissen das nicht mehr“, sagt Clemen. Zu sehen ist auch ein Beet mit Giftpflanzen, klar gekennzeichnet als „Giftpflanzenbeet“. Mit prall-blauen Blüten fällt sofort der Eisenhut ins Auge. „An dem ist jedes Teil giftig“, sagt Clemen. Auch hier kann wertvolles Wissen erworben werden. Sicher ein spannender Tipp für Eltern kleiner Kinder.


Mehr Infos unter   www.gartenfreundebremen.de 

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