• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Bremen

Natur: Verschlungene Wege führen durch Idylle

03.08.2018

Bremen Das „verwunschene Paradies“ ist versteckt zwischen den Stadtteilen Blumenthal und Vegesack, zwischen den ehemaligen Industrieflächen des „Bremer Vulkan“ und der Bremer Woll-Kämmerei (BWK). Das Haupttor von „Wätjens Park“ liegt an der Landrat-Christians-Straße. Wer den Park betritt, taucht ab in eine idyllische Kulisse aus dem 19.   Jahrhundert. „Wätjens Park“ ist der älteste Park im Bremer Norden und ein kulturhistorisches Denkmal.

Die Kulisse ist waldartig verdichtet. Wege schlängeln sich an gewaltigen Bäumen wie dem Zuckerahorn aus Nordamerika und weiträumigen Wiesenflächen entlang. Ein Schloss, Brunnen, Tore, Pförtnerhäuser und ein aufwendiger Gedächtnistempel sind in den 35 Hektar großen Landschaftsgarten drapiert. Ein Spaziergang durch „Wätjens Park“ ist zugleich eine Zeitreise ins 19. und frühe 20. Jahrhundert. Eine Zeitreise, die dem Flaneur vom Aufstieg und Niedergang einer Bremer Reeder- und Kaufmannsfamilie erzählt.

Im 19. Jahrhundert zählen die Wätjens zu den einflussreichsten Kaufmannsfamilien Deutschlands. Dietrich Heinrich Wätjen, geboren 1785 als Spross einer Bauernfamilie aus Ochtmannien, zieht es 1800 nach Bremen. Er beginnt eine Kaufmannslehre und macht sich acht Jahre später selbstständig. „Wätjen beginnt Geschäfte auf eigene Rechnung zu tätigen, auch als Blockadebrecher in den Zeiten der französischen Kontinentalsperre“, notieren Chronisten. Er wird zum führenden Tabak- und Genussmittelimporteur, das Unternehmen „D. H. Wätjen und Co.“ entwickelt sich zu der größten privaten Segelschiffreedereien der Welt. 1837 wird Wätjen zum Bremer Senator gewählt, der er bis 1857 bleibt. Er gilt als liberal und arbeitet eng mit Arnold Duckwitz und Johann Smidt zusammen.

In Blumenthal kaufen die Wätjens ganz viel Land. Die Familie schafft sich ihr Refugium, einen Sommersitz vor den Toren der Stadt. Wätjen beauftragt den Landschaftsgärtner Isaak Altmann, die Grünflächen auf dem Landgut zu gestalten. Sohn Christian Wätjen bringt aus seiner Zeit in England diverse Ideen mit . So lässt die Reederfamilie von 1858 bis 1864 ein Schloss im Tudor-Stil erreichten. Es werden ungewöhnliche Gehölze aus Übersee importiert – wie jener Ahornbaum aus Nordamerika.

Aber die Zeit läuft, die Wätjens schippern in den Ruin und müssen ihr Landgut verkaufen. Die Industriebetriebe Bremer Vulkan und Bremer Woll-Kämmerei greifen zu, teilen sich das Gelände. Der Park verwildert, bis die Vulkan-Werft Konkurs anmeldet und die Stadt Bremen einen Teil des Areals kauft. Auch die BWK gerät in wirtschaftliche Schwierigkeiten und muss ihren Teil der Parkflächen verkaufen. „Wätjens Park“ erwacht aus dem Dornröschenschlaf, wird wieder zum Ausflugsziel. Im August 2005 gründet sich der Förderverein „Wätjens Park“. Und der setzt sich zum Ziel, den Park authentisch wiederherzustellen und so als ein gartenhistorisches Denkmal zu bewahren.


     www.waetjens-park.de 
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.