BREMEN - Fast 100 Millionen Fahrgäste werden in diesem Jahr die Busse und Straßenbahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) benutzt haben – so viel wie nie zuvor, wie am Montag ein Sprecher sagte. Im vergangenen Jahr zählte die BSAG 98,5 Millionen Mitfahrer. 1997, vor der Eröffnung des neuen Netzes, waren es 92,5 Millionen Kunden.
Das Unternehmen möchte sich auf dem Plus bei den Fahrgästen nicht ausruhen, sagte Vorstand Georg Drechsler. „Wir werden auch 2009 wieder engagiert für die Menschen dieser Stadt und in der Region in Bewegung sein und an ihrer Mobilität arbeiten.“
Als große Herausforderung für das kommende Jahr sieht das Unternehmen den Kirchentag im Mai an. Mehr als 400 000 Besucher werden dazu erwartet. In den Bussen und Bahnen dürfte es ordentlich „brummen“, dagegen dürfte die Vorweihnachtszeit geradezu harmlos erscheinen.
Eine weitere wichtige Aufgabe fürs nächste Jahr ist die Erweiterung des Straßenbahnnetzes. Voraussichtlich im Sommer sollen die Arbeiten zur Verlängerung der Linie 1 bis nach Mahndorf beginnen. Technisch ist die BSAG mit ihrer Fahrzeugflotte gut gerüstet. In diesem Jahr wurden 80 neue Dieselbusse mit höchstem Umweltstandard (EEV) geliefert. Zudem erprobt das Unternehmen zur Zeit eine mögliche Generation der Zukunft, den Hybridbus mit dieselelektrischem Antrieb. Außerdem befinden sich 14 neue Straßenbahnzüge mit Niederflur-Technik in der Auslieferung. Dies alles – ständig zunehmende Fahrgastzahlen, fortlaufende Erneuerung des Fahrzeugparks und des Gleisnetzes – gehe einher mit einem Jahr für Jahr geringeren Zuschuss der Stadt Bremen an die BSAG, wie Drechsler stolz berichtete.
Den Angaben nach wurde der Vertrag mit Bremen im Jahr 2007 zum siebten Mal in Folge eingehalten. Mit einem Verlust von 57,7 Millionen Euro lag das Ergebnis 2007 um 7,4 Millionen Euro niedriger als 2006 und um rund drei Millionen Euro besser als geplant. Zum Vergleich: 1997 waren es noch 86 Millionen Euro Verlustausgleich.
Die Zahlen für 2008 liegen noch nicht vor, doch dürfte sich der Verlust weiter verringern. Wie zu erfahren war, laufen momentan intensive Gespräche zwischen der Stadt und der BSAG über die weitere Zusammenarbeit und damit die Zukunft des Unternehmens. Ziel sei es, dass die Gesellschaft auch künftig Partner in Sachen Straßenbahn und Bus bleibe.
Ein BSAG-Sprecher: „Damit wäre eine enge Verzahnung zwischen dem Verkehrsunternehmen, der bremischen Politik und den Wünschen der Bürger gegeben, denn die Leistung wird vor Ort erbracht.“ Und für die rund 2000 Arbeitsplätzen gebe es eine Perspektive.
