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NWZonline.de Region Bremen

Nach Lynchjustiz – TV-Bericht wird nun genauer untersucht

15.06.2018

Bremen Nach einem mutmaßlichen Fall von Lynchjustiz in Bremen will die Staatsanwaltschaft einen Fernsehbericht als möglichen Auslöser genau unter die Lupe nehmen. Der Mann wurde in seiner Wohnung überfallen, zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt. Laut Aussagen von Zeugen hätten die Täter das Opfer nach einem Beitrag über Pädophile in der RTL-Sendung „Punkt 12“ aufgesucht, sagte ein Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Der Sender wollte sich nach Angaben eines Sprechers im Tagesverlauf zum Fall äußern.

Die Täter sind den Ermittlungen zufolge in dem Glauben gewesen, den Mann in dem Bericht erkannt und dessen Adresse identifiziert zu haben. Ein Irrtum: Das Opfer war nach Angaben der Ermittler nicht derjenige aus dem TV-Beitrag.

Lesen Sie auch: Pädophilie-Verdacht: Bremer wird zusammengeschlagen

Eine Gruppe von sieben bis zehn Menschen habe sich nach der Fernsehsendung am Dienstagmittag an der Wohnung des 50-Jährigen versammelt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Mob schlug den Mann so heftig zusammen, dass er zeitweise in Lebensgefahr war.

„Ob tatsächlich alle an der Tathandlung beteiligt waren, müssen wir klären“, sagte Passade. In welchen Verhältnis die Angreifer zum Opfer standen und ob ihre Identitäten bekannt sind, wollte er nicht sagen. Die Polizei sucht jetzt nach den Verdächtigen und ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdeliktes.

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