BREMEN - Der Verband Deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere lehnt eine Bewaffnung von Handelsschiffen zur Abwehr von Piratenüberfällen vor der Küste von Somalia ab.

„Eine Bewaffnung erzeugt Gegengewalt“, warnte Verbandspräsident Christoph Wand. Die Deutsche Seemannsmission mit Sitz in Bremen fordert unterdessen eine bessere Versorgung von Piratenopfern. Die Piraten seien geübter im Umgang mit Waffen, die Besatzungen auf Handelsschiffen dagegen relativ hilflos, sagte Wand. Er wisse zwar, dass russische Schiffe größtenteils bewaffnet seien. „Das ist aber nicht das geeignete Mittel zur Abwehr.“

Die EU-Marinemission „Atalanta“ gegen die Piraten im Golf von Aden hinterlasse bei den Besatzungen zwar noch immer Unsicherheiten, funktioniere aber und sei „die einzige Möglichkeit“ zum Schutz. Kapitän Thomas Awiszus von der Bremer Schwergut-Reederei Beluga sagte, durch „Atalanta“ habe sich das Sicherheitsgefühl der Besatzungen verbessert. Doch fortdauernde Entführungen zeigten, dass das System „noch nicht der Weisheit letzter Schluss“ sei.

Die evangelische Seemannsmission setzt sich für ein internationales Zentrum ein, in dem Opfer behandelt werden könnten. Die betroffenen Seeleute blieben größtenteils sich selbst überlassen, sagte Generalsekretär Hero Feenders. „Sinnvoll ist es etwa, dass Schiffsführer ihre Besatzungen auf die Möglichkeit einer Erstversorgung in den Stationen der Seemannsmissionen aufmerksam machen.“