BREMEN - „Überfällig“ nennt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Entscheidung des Innenressorts, einen stellvertretenden Polizeipräsidenten einzusetzen, begrüßte den Schritt aber ausdrücklich.

Allerdings werde durch den Zeitpunkt der Eindruck erweckt, man bräuchte einen „eisernen Besen“, um „den Laden in den Griff“ zu kriegen, sagte der Bremer GdP-Chef Horst Göbel. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und Polizeipräsident Eckard Mordhorst hatten zuvor erklärt, die „internen Kontrollsysteme“ der Polizei verbessern zu wollen.

So wurde laut einer Mitteilung „vereinbart“, die Zuständigkeit für die Bearbeitung strafrechtlicher Ermittlungsverfahren von der Innenrevision auf die Innenbehörde zu verlagern.

Außerdem setzte Mäurer „für die Umsetzung dieser Aufgaben“ mit sofortiger Wirkung Polizeidirektor Lutz Müller als stellvertretenden Polizeipräsidenten ein. Müller war bisher Referatsleiter in der Innenbehörde. Das Innenressort versuchte den Eindruck zu vermeiden, mit Müller bekomme Polizeipräsident Eckard Mordhorst einen Aufpasser.

Gleichwohl macht die Personalie deutlich, dass die Rückendeckung für Mordhorst bröckelt, die Umsetzung der Polizeireform nicht flott genug vonstatten geht und Pannen der vergangenen Wochen zuviel waren.

So sollen Bremer Polizeibeamte Informanten mit beschlagnahmten Drogen bezahlt, ein Kripobeamter Banken überfallen haben; ein Beamter ließ seinen Privatwagen in der Polizeiwerkstatt reparieren