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NWZonline.de Region Bremen

Spezialeinheiten üben für Ernstfall

21.06.2019

Bremen Hubschrauber im Tiefflug, Elitepolizisten im Dauerstress: 20 Teams der Beweissicherungs-und Festnahmeeinheiten (BFE) aus ganz Deutschland und Österreich sind am Mittwoch in Bremen gegeneinander angetreten. Viele der Aufgaben an den insgesamt neun Stationen blieben streng geheim, einige wurden öffentlich abgehalten. Wie die am Europahafen. Und die hatte es in sich.

Punkt 10.30 Uhr setzt ein Hubschrauber der Bundespolizei zum Tiefflug an. Nur wenige Meter über der Wasseroberfläche steht der Helikopter in der Luft, nach und nach springen zehn Elitepolizisten heraus. Was bei knapp 30 Grad im Schatten nach einer willkommenen Abkühlung klingen mag, ist für die beiden Teams aus Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern ein augenscheinlich wahrer Knochenjob.

Nachdem die Teams im Wasser sind, müssen sie etwa 200 Meter weit schwimmen – mit kompletter Montur. Und die Uhr tickt gnadenlos weiter. An einem umgedrehten Schlauchboot angekommen, gilt es, dieses umzudrehen, von der Boje zu lösen und zu einer vermeintlich ertrinkenden Person zu paddeln. Raus aus dem Wasser, geht es eine Kletterwand hoch, davor ist noch ein Sprint zu absolvieren. Ein vermeintlich verletzter Kollege wird anschließend mit einer Trage über Hindernisse gehievt, dann geht es durch wasserdurchflutete Tunnel, ehe am Ende eine Reanimationsübung ansteht.

„Man braucht Köpfchen, nicht nur Bizeps“, sagt ein BFE-Beamter am Rande des Europahafens und spielt damit auf das Missgeschick an, das den Hamburgern gerade passiert ist. Anstatt das Boot von der Boje zu lösen, paddeln die fünf Polizisten eifrig weiter. Dann ist Schluss, das Seil straff – und wertvolle Zeit verstreicht. Insgesamt neun Stationen stehen am Mittwoch auf dem Programm, am Dienstag war bereits Beginn in Bremerhaven. Es um Zeit, um möglichst viele Wiederholungen und um taktische Grundsätze, wie Ausbilder Tilo Koch sagt. „Es nützt nichts, wenn man voll unter Dampf steht, dann aber keinen kühlen Kopf bewahrt“, so Koch, der selbst jahrelang bei der BFE tätig war. Bedeutet: Teamwork ist gefragt, ein kluges Miteinander und Ruhe. Natürlich müssten alle stressresistent und körperlich topfit sein, aber das Wichtigste sei, „genau zu wissen, was richtig und was falsch ist“.

Klingt zunächst einfach, doch bei tropischen Temperaturen und Kollegen, die bei ihren Anfeuerungsversuchen nicht gerade zimperlich vorgehen, kocht nicht nur das Adrenalin in den Männern, die aus dem gesamten Bundesgebiet und Österreich angereist sind. Besteht das tägliche Aufgabengebiet eher aus Demonstrationen, verdeckten Ermittlungen und Einsätzen bei Fußballspielen beziehungsweise „Anlässen, wo grundsätzlich mit gewalttätigen Auseinandersetzungen zu rechnen ist“, so Koch, läuft beim Vergleichswettkampf gnadenlos die Uhr mit.

18.30 Uhr, die letzte Prüfung, das letzte „fordernde Event“ steht bevor, sagt Ausbilder Koch. Rund um die Polizeikaserne in Huckelriede und um den Werdersee sind verschiedene Stationen aufgebaut. Zwölf Kilometer laufen, dazwischen Denkaufgaben und Schießübungen. Zu Beginn simulieren alle Teams – also 100 Polizisten – auf dem Kasernenhof eine Großdemonstration. Qualm überall, dazu Explosionen und Wasserwerfer. Dann geht’s auf die Strecke. Gegen 21 Uhr sind alle fertig – und das in doppelter Hinsicht. Übrigens, die Bremer Spezialisten sind als Sieger des Wettkampfs vor zwei Jahren Ausrichter, aber nicht Teilnehmer.

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