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NWZonline.de Region Bremen

Post: Ein van Gogh für lediglich 1,55 Euro

03.01.2020

Bremen Als 14. Motiv der Serie „Schätze aus deutschen Museen“ ist am Donnerstag eine Briefmarke mit einer Mini-Reproduktion des Gemäldes „Mohnfeld“ von Vincent van Gogh aus dem Jahr 1889 erschienen. Präsentiert wurde die Marke in der Bremer Kunsthalle. Gestaltet wurde die 155-Cent-Briefmarke von den Grafikern Stefan Klein und Olaf Neumann aus Iserlohn.

Eines der Prunkstücke

Denn zu deren Sammlung gehört van Goghs „Mohnfeld“. Es ist eines der Prunkstücke. „Eines der berühmtesten Bilder der Kunsthalle“, wie Dr. Dorothee Hansen sagt, die stellvertretende Direktorin. Gegenwärtig ist das Gemälde aber auf Reisen. Es ist ans Guggenheim-Museum in Bilbao verliehen, wo es noch bis Mitte Februar zu sehen sein wird. Ab dem 16. Mai wird es wieder in Bremen gezeigt, wenn die Kunsthalle ihre Ausstellung in neuer Hängung präsentiert.

Kauf löste Skandal aus

1911 hatte die Kunsthalle das damals 22 Jahre alte und 71 Zentimeter mal 91 Zentimeter große Ölbild erworben. Der Kunsthallendirektor Gustav Pauli gab 30.000 Mark dafür aus. „Ein unglaublich fortschrittlicher Ankauf, der einen Skandal ausgelöst hat“, sagt Hansen. Schlechte Kunst, zu teuer, Werk eines Verrückten – all das und mehr warfen Kritiker Pauli vor.

Der „Bremer Künstlerstreit“ entbrannte, der Worpsweder Maler Carl Vinnen initiierte einen „Protest deutscher Künstler“ gegen die angebliche „Überfremdung der deutschen Kunst“. Nicht in Frankreich, nicht in Holland, sondern in Deutschland wurde van Gogh zuerst „extrem populär“, sagt Hansen. „Bremen spielt in der Geschichte der van-Gogh-Rezeption in Deutschland eine große Rolle.“

Die „Mohnfeld“-Marke gibt es im Zehnerbogen und – in der selbstklebenden Variante. Für Leute, die besonders viele Großbriefe verschicken. Aber auch für Menschen, die so etwas sammeln.

Einer von ihnen ist Oswald Janssen, Landesverbandsvorsitzender der Philatelisten für Bremen und den Nordwesten. Der 65-Jährige sammelt seit gut 50 Jahren Briefmarken. Am Stand des Post-Teams „Erlebnis Briefmarken“, der am Donnerstag zur Marken-Präsentation im Kunsthallen-Foyer aufgebaut war, kaufte er das „Mohnfeld“ in verschiedenen Variationen – unter anderem auch mit Sonderstempel.

„Kleine Kunstwerke“

„Für uns Sammler sind fast alle Briefmarken kleine Kunstwerke“, so Janssen. „Gemäldemarken sind bei Sammlern sehr beliebt.“ Was ihn an Briefmarken am meisten interessiert, seien „die Geschichten dahinter“. Briefmarken seien Objekte „staatlicher Selbstdarstellung“, aber eben auch auf vielfältige Weise mit der Kunst verbunden – einfach durch ihre Gestaltung. „Dass zeitgenössische Kunst auf Briefmarken kam, begann mit dem Jugendstil.“ Und nicht nur große Kunstwerke, auch kleine Briefmarken lösen zuweilen Skandale aus.

Passend zum Gemälde-Thema hat Philatelist Janssen ein Beispiel in die Kunsthalle mitgebracht – eine spanische Marke von 1930, die Goyas Ölbild „Die nackte Maja“ zeigt. Eine Nackte auf einer Briefmarke – dagegen protestierten damals sogar verschiedene Staaten.

Reaktionen, wie sie im Fall der „Mohnfeld“-Marke nun nicht zu erwarten sind. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass ein Bild aus der Sammlung der Kunsthalle zum Briefmarkenmotiv wird: Im Jahr 1996 brachte die Deutsche Post eine 80-Pfennig-Marke mit dem „Selbstbildnis vor grünem Hintergrund mit blauer Iris“ von Paula Modersohn-Becker heraus.

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