BREMEN - Jugendliche werden über die Gefahren des Trinkens aufgeklärt. Die Polizei kontrolliert verstärkt.

Von Elisabeth Gnuschke

BREMEN - Filmrisse nach Alkoholkonsum auf einer Party, ein paar Bierchen oder Alcopops am Nachmittag, Spaß nur unter Alkohol – das ist alles andere als cool. Genau das und die Gefahren von Alkohol wollen Polizei, Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) und das Landesinstitut für Schule jetzt verstärkt Kindern und Jugendlichen vermitteln.

„Jugend ohne Promille“ heißt die Aktion, die nach den Osterferien gestartet wird. Dabei sorgt die DAK mit umfangreichem Begleitmaterial unter dem Motto „Glasklar“ für Aufklärung. Zweiter Baustein sind verstärkte Kontrollen der Polizei und repressive Maßnahmen. Jugendliche, die durch Alkohol auffallen, finden sich künftig in einer Datenbank wieder, sagte Innensenator Thomas Röwekamp (CDU). „Wiederholungstäter“ können sich auf einen Besuch des Amtes für Soziale Dienste (ASD) einstellen, um den Hintergrund des Konsums aufzuklären. „Und wir halten Rücksprache mit dem ASD“, betonte Stephan Rusch, bei der Polizei für die Aktion zuständig.

Rusch will die alkoholbedingten Straftaten, die im vergangenen Jahr um zehn Prozent zugenommen haben, um fünf Prozent senken und auf die Risiken des Konsums aufmerksam machen. Haupt-Todesursache bei jungen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren sind seinen Angaben zufolge Unfälle unter Alkoholeinfluss. Fast 25 Prozent der Gewalttaten unter Jugendlichen finden, so Rusch, im angetrunkenen Zustand statt – angefangen bei Körperverletzungen über Sexualstraftaten bis hin zu Tötungsdelikten. Nach dem Suchtpräventionsbericht liegt der Anteil von Alkoholkonsumenten bei den Zwölfjährigen bei sieben Prozent, bei den 14-Jährigen bei 29 Prozent, bei den 16-Jährigen schon bei 70 Prozent.

Diese Erfahrungen teilt auch DAK-Geschäftsführerin Monika Blau: „ Alkohol ist akzeptiert, macht lustig. Nicht mehr akzeptiert wird es, wenn jemand als Alkoholkranker unter der Brücke liegt.“ Mit dem Material für zweI Stunden Unterricht will die Krankenkasse aufzeigen, dass Alkohol nicht erst schädlich ist, wenn Menschen Ausfallerscheinungen haben. Die Broschüren arbeiten nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Blau: „Wir lehnen Alkohol auch nicht völlig ab, möchten aber einen vernünftigen Umgang damit vermitteln und aufklären, dass es keineswegs cool ist, blau zu sein.“