BREMEN - „Jedem Lachen ist ein Kitzeln vorausgegangen“, behauptete Professor Rainer Stollmann im Haus der Wissenschaft. Das Thema bei „Wissen um 11“ am Sonnabend lautete „Warum wir lachen“ – und die Beispiele des Kulturwissenschaftlers reichten von griechischen Göttern über Loriot bis zu Harald Schmidt.

So kitzle beispielsweise die Mutter ihr Kind unterm Fuß und Fernseh-Komiker Harald Schmidt sein Publikum an sensiblen Punkten aus Politik und Gesellschaft, sagte Stollmann bei der Wissenschaftsmatinee. Die aufgebaute Spannung entlade sich in einem befreienden Lachen. Und dabei sei Lachen atemtechnisch das genaue Gegenteil vom Weinen.

Lachen könne neben dem physischen Kitzeln also auch durch ein „Kitzeln“ geistiger und emotionaler Schichten hervorgerufen werden. Das Auditorium erfuhr, dass dieser kitzelige Punkt sich nicht nur über die menschliche Entwicklungsgeschichte gewandelt habe, sondern dass er auch davon abhänge, welche Nationalität man habe, wie alt man sei oder ob man auf dem Land oder in der Stadt lebe.