BREMEN - BREMEN - „Stadt am Fluss“: Dieses noch zu Zeiten der Ampelkoalition angeschobene Projekt holte die Weser ins bremische Bewusstsein zurück. Ein Beispiel dafür ist das bunte Leben am Schlachte-Boulevard. Bausenator Jens Eckhoff (CDU) möchte nun einen Schritt weiter gehen.
„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ Dieser Satz wird Helmut Schmidt zugeschrieben. Für Bremen muss man ihn nun abwandeln: Wer Visionen hat, soll zum Bauressort gehen. Denn dort sind Visionen erwünscht, die den Innenstadtbereich der Weser betreffen. Die Stadtplaner hoffen auf architektonische „Sinnbilder“, die den Fluss in den Mittelpunkt rücken.
Ein Projekt, das gestern unter dem Titel „Zehn in Zehn“ gestartet wurde. Zehn markante Stellen an der Weser sollen bebaut werden – wobei Senator Eckhoff ausdrücklich um kühne Vorschläge bittet, die für lebendige Diskussionen sorgen: „Ich würde mir mehr mutige Architektur in Bremen wünschen.“
Wer soll das alles bezahlen? Nun, im Ressort wünscht man sich neben den Visionen auch Investoren, die die Visionen zum Wohle Bremens Realität werden lassen, sprich: bezahlen. Bremen habe in den vergangenen Jahren sehr viel in die Innenstadt investiert, sagt Senatsbaudirektor Uwe Bodemann. Jetzt sollen auch private Bauherren aktiv werden. „Zehn in Zehn“ bedeutet, dass die Projekte bis 2010 umgesetzt werden. Oder wenigstens – das ist die verhaltenere Variante – innerhalb der nächsten zehn Jahre.
Das Ressort schlägt dafür zehn Orte vor, die an der Weser liegen – und hat ihnen teils klingende Namen gegeben. Die „zehn Flusspunkte“ von West nach Ost:
Weserbahnhof: Mit Blick auf die Ende 2006 fertige Verbindung von Innen- und Überseestadt ein Sahnestück, das der Platz für ein markantes Hochhaus sein könnte.
Stephaniufer: Sollte die Stephanischule verlegt werden, wäre hier ein weiteres wesernahes Areal frei.
Weserspitze: Der Anleger vor dem Teerhof: Ein Platz für Wohnen im Wasser?
Kranhaus Schlachte: Ein Aussichts-Café über dem Bummel-Boulevard.
Martinipforte: Der neue Name für den Bredenplatz. Vielleicht findet sich ja jetzt ein Hotel-Investor.
Wesertor: Am Kopf der Wilhelm-Kaisen-Brücke soll ein architektonisches Tor zur Innenstadt entstehen, das den Blick auf den dunklen Eckbau Martinistraße/Balgebrückstraße verstellt.
Teerhof: Das am weitesten fortgeschrittene Projekt. Hier entstehen ein Wohngebäude und ein Bürohaus.
Brautbrücke: Wiederbelebung des Brückenschlags über die Kleine Weser.
Alter Rettungshafen: Direkt an der Weser könnten Wohnhäuser mit herrlichem Altstadt-Blick entstehen – direkt neben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).
Kaisenarkaden: Über den Arkaden an der Tiefer standen früher Häuser. So soll es wieder werden.
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