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NWZonline.de Region Bremen

Es gibt Bewegung am Europahafen

30.12.2017

Bremen Überall tut sich etwas in der Überseestadt, ein Bauprojekt reiht sich an das andere. Nur am Kopf des Europahafens ist von alledem nichts zu sehen. Stillstand statt Wachstum. Ein provisorisch eingerichteter Parkplatz, dazu ein seit langer Zeit abgesperrtes Grundstück am Ludwig-Franzius-Platz. Nun könnte sich etwas bewegen an dieser prominenten Stelle. Der Bremer Bauunternehmer Kurt Zech will hier einen Komplex mit Wohnungen und Büros errichten.

Ein Teil des Areals, auf dem bald gebaut werden soll, gehört der Zech-Gruppe bereits seit langem. Ein Rückblick: Im Jahr 2012 hatte der Bauunternehmer ein rund 6000 Quadratmeter großes Grundstück an der Straße Hansator/ Ecke Konsul-Smidt-Straße von der Hochtief Projektentwicklung erworben. Hier wollte das Unternehmen nach eigenen Angaben die unter dem Arbeitstitel „Bremium“ begonnene Entwicklung eines Bürogebäudes fortsetzen.

Eine Baugenehmigung hatte Zech bereits vorgelegt, einem „kurzfristigen Baubeginn“ sollte demnach nichts im Wege stehen. Einen Teil der Räume wollte die Gruppe damals für ihre in Bremen ansässigen bislang auf mehrere Standorte verteilten operativen Gesellschaften selbst nutzen.

Doch aus den Bauplänen wurde nichts. Noch heute schützen Bauzäune vor wild parkenden Fahrzeugen in einem Gebiet, in dem Parkraum Mangelware ist. Fünf Jahre später gibt es nun erneut Pläne für den Bau eines Gebäudekomplexes. Dieses Mal allerdings einige Nummern größer: Wie Zech-Sprecher Holger Römer gegenüber unserer Zeitung bestätigte, plant das Unternehmen auf einem 2,2 Hektar großen Grundstück einen Gebäudekomplex mit einer Mischung aus Wohnen und Büros. Die dafür fehlende Fläche will Zech von der Stadt ankaufen, um das Großprojekt zu realisieren. Hierzu gebe es bereits eine enge Zusammenarbeit, so Römer. „Auf einem sehr prominenten Grundstück wollen wir eine exzellente Architektur schaffen“, so der Sprecher.

Im November waren daher Architekturbüros aufgerufen, ihre Vorschläge einzureichen. Ursprünglich sollte der Wettbewerb mit sechs internationalen Architekturbüros vor kurzem enden. Ihre Entscheidung hat die Jury jedoch vertagt und drei Wettbewerbsteilnehmer aufgefordert, ihre Entwürfe zu überarbeiten und nachzubessern, wie Römer auf Nachfrage mitteilte.

Eine Entscheidung werde nun für Februar erwartet, heißt es von der Zech-Gruppe und der Bremer Baubehörde. Vorsitzender der Jury ist der gebürtige Bremer Jörn Walter, von 1999 bis Frühjahr 2017 Oberbaudirektor in Hamburg, der in seiner Zeit etwa das Gesicht der „Hafen-City“ und ihre Entwicklung geprägt hat.

Ob in dem Wohn- und Geschäftskomplex nun die einzelnen Zech-Gesellschaften zusammengeführt werden sollen, dazu vermochte Römer keine Aussage machen. „Wir sind ein Projektentwickler“, so Römer. Soll heißen: Wenn ein großer Mieter Interesse hat, wird die Fläche eben anderweitig vergeben. So wie im sogenannten „Office-Center“ gegenüber dem Schuppen Eins, das Zechbau ebenfalls errichtet hat. Neben dem Lebensmittelkonzern Mondelez zieht hier auch die auf IT, elektronischen Handel und Kommunikation spezialisierte Neusta-Gruppe ein, die ihren Sitz bereits im Schuppen Eins hat.

Ob der Bau am Kopf des Europahafens – dem Zech-Sprecher zufolge ein „wichtiges Projekt für den Anschluss der Überseestadt an die Bremer City“ – aus einem oder mehreren Gebäuden bestehen wird, wollten aufgrund des laufenden Architekturwettbewerbs weder Römer noch Senatsbaudirektorin Iris Reuther sagen. Eine „Aufgabe“ für die Architekten, so Bauressortsprecher Frank Steffe, sei es jedoch, einen oder mehrere „Hochpunkte“ in ihre Entwürfe einzubinden. Sie sollen sich an den Gebäuden der Überseestadt wie dem „Landmark-Tower“ und dem „Weser-Tower“ orientieren.

Der umtriebige Bremer Bauunternehmer Zech will auch das Parkhaus Mitte von der Stadt kaufen, um der Innenstadt mit einer neuen Einkaufspassage ein neues Gesicht zu verleihen. Für den Erwerb erhielt er vor wenigen Tagen grünes Licht vom rot-grünen Senat.

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