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NWZonline.de Region Bremen

Prozess: Geständnis in letzter Minute hilft Angeklagtem nicht

24.03.2020

Bremen Geständnis in letzter Minute – doch die Freiheit, die sich der Angeklagte so sehr wünschte, schenkte ihm die Kammer nicht. Stattdessen hat das Bremer Landgericht am Montag einen 23-jährigen Mann wegen Anstiftung zum versuchten Mord sowie versuchter Nötigung und Bedrohung schuldig gesprochen und zu fünf Jahren und einem Monat Haft verurteilt. Der Pakistaner hatte Männer in seiner Heimat damit beauftragt, auf das Haus seines Cousins zu schießen, weil er annahm, dieser habe eine Affäre mit seiner Noch-Ehefrau.

Alles Flehen, alle Unschuldsbekundungen, sie halfen nichts. Auch das Geständnis, das der 23-Jährige zu Beginn des Prozesstages ablegte, ersparte ihm nicht die Freiheitsstrafe, zu der ihn der Vorsitzende Richter Jürgen Seifert letztlich verurteilte. Mit dem Urteil folgte die Kammer dem Antrag des Staatsanwalts, der jedoch auf sechs Jahre und zwei Monate Gefängnis plädiert hatte.

Gleich zu Beginn des Verhandlungstages ließ der Pakistaner durch seinen Anwalt ein Geständnis verlesen. In diesem hieß es: „Ja, ich habe den Auftrag erteilt, auf das Haus zu schießen.“ Er habe, entgegen der Anklage, jedoch niemanden verletzen oder gar töten wollen. Er habe seinem Cousin und dessen Familienangehörigen „Angst machen“ wollen. „Ich musste den Eindruck erwecken, dass ich es ernst meine“, fügte der Mann hinzu. Laut Urteilsbegründung äußerte sich dieses „Angst machen“ in insgesamt zwei vollendeten Anschlägen auf das Wohnhaus des Cousins, gelegen in der Millionenstadt Gujranwala im Nordosten Pakistans. Laut abgehörten Telefonaten des 23-Jährigen war ein dritter Anschlag geplant, jedoch wurde dieser nie durchgeführt. Die Kammer war sich sicher: Der Mann handelte aus niederen Beweggründen und heimtückisch. Die potenziellen Opfer seien arg- und wehrlos gewesen – und auch, wenn der 23-Jährige nach eigener Aussage keinen konkreten Mordanschlag in Auftrag gegeben habe, so habe er doch den Tod von Menschen billigend in Kauf genommen, sagte Richter Seifert.

Der 23-Jährige und seine 20 Jahre alte Noch-Ehefrau heirateten 2017 und zogen im Mai 2018 nach Huchting. Bereits im Mai 2019 kam es zur Trennung: Den Angeklagten hätten „ungehemmter Eigennutz und exklusive Besitzansprüche“ an seiner Frau zu der Entscheidung getrieben, den vermeintlich neuen Partner umbringen zu lassen, sagte der Staatsanwalt. Der Pakistaner wollte „Rache, um ausschließlich seine Ehre wiederherzustellen“, hieß es weiter.

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