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NWZonline.de Region Bremen

Gutachterin: Pflegehelfer war sich seiner Tat bewusst

14.02.2020

Bremen Im Prozess gegen einen Pflegehelfer vor dem Landgericht in Bremen hat die forensische Psychiaterin Imke Mundorff-Vetter dem 40-Jährigen die volle Einsicht und Steuerungsfähigkeit bei seinen Taten attestiert. Zwar sei der wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagte Mann nur knapp unterdurchschnittlich intelligent und leide unter einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs, sagte die Expertin am Donnerstag. Trotzdem habe er genau gewusst, was er tat.

Im Frühjahr 2019 soll der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft zwei Bewohnerinnen eines diakonischen Pflegeheims in Bremen ohne medizinische Notwendigkeit Insulin gespritzt haben. Eine 75-Jährige schwebte dadurch mehrere Tage in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten gefährliche Körperverletzung vor und geht davon aus, dass er den Tod der Frau zumindest billigend in Kauf genommen hat. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Der Angeklagte habe seine Steuerungsfähigkeit schon dadurch gezeigt, dass er sich vor seinen Taten im Internet über die Wirkung von Insulin informierte habe, sagte die Gutachterin. Außerdem habe er sich den Insulin-Pen, mit dem das Medikament verabreicht wird, von einer anderen insulinpflichtigen Patientin besorgt. Schließlich habe er unmittelbar nach der Tat den herbeigerufenen Notarzt belogen. Der Mediziner habe gefragt, ob die Patientin möglicherweise versehentlich das Insulin erhalten habe. Die Lüge weise auf die Fähigkeit zum Selbstschutz hin. Als Motiv nannte Mundorff-Vetter unter anderem Narzissmus und den Wunsch nach Anerkennung.

Sie kam zu der Einschätzung, dass eine Einweisung in eine psychiatrische Einrichtung „nicht empfehlenswert“ sei. Dennoch brauche der 39-Jährige Hilfe. Sollte der Mann zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden, müsste er eine Einzeltherapie machen.

Die ursprünglich geplanten Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung verschob der Vorsitzende Richter Manfred Kelle auf den kommenden Montag.

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