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NWZonline.de Region Bremen

Prozess In Bremen: Siebeneinhalb Jahre wegen Mord an Autobesitzer

21.03.2020

Bremen Er wollte unbedingt dieses schicke, schnelle Auto: Wegen Tötung des Autobesitzers ist ein 18-Jähriger in Bremen zu siebeneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Angeklagten wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge schuldig. „Sie haben ein Faible für Autos“, sagte die Vorsitzende Richterin am Freitag in ihrer Begründung. Im Gericht verdeckte der Angeklagte sein Gesicht, der Verhandlung konnte er nur mit Mühe folgen. Er hatte die Taten weitgehend eingeräumt. (Az.: 42 Kls 912)

Zur Tatzeit im August 2019 hatte sich der Heranwachsende mit bulgarischem Pass zwei Wochen in Bremerhaven herumgeschlagen, wie die die Richterin vortrug. Bei seiner Großmutter in Bremen war er rausgeflogen. Ein teures Auto hatte er bereits gestohlen und postwendend einen Unfall gebaut. Einen Führerschein hatte er nicht.

Mit einem Kumpel kam er an dem Wagen des späteren Opfers vorbei, eines 76-jährigen Rentners. „Das Auto will ich haben“, sagte er. Der Freund gab diese Worte später als Zeuge im Prozess wieder. Der Junge verfolgte den Rentner in den Keller des Wohnhauses, schlug ihn ins Gesicht, verlangte die Herausgabe des Schlüssels.

Der alte Mann stürzte, verletzte sich am Hinterkopf. Dann schlug der Täter erneut zu - ein Rechtsmediziner beschrieb die Schläge im Gericht als „dampfhammermäßig“. Ungerührt nahm der Junge dem Mann den Autoschlüssel aus der Hosentasche. Aus der Brutalität der Schläge folgerte das Gericht, der Täter habe den Tod des Opfers in Kauf genommen. Als Mordmotiv ging das Gericht von Habgier aus.

Der lebensgefährlich verletzte Rentner wurde von seinem Bruder gefunden. Er starb nach vier Wochen im Krankenhaus, ohne wieder zu Bewusstsein gekommen zu sein.

Mit dem gestohlenen Auto verursachte der 18-Jährige einen Unfall. Er gab an mit seinem neuen Schlitten, lud Freunde zu einer Spritztour ein, doch die stiegen aus Angst rasch wieder aus. Der Junge fuhr einen Radfahrer um und lieferte sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei, die bereits nach dem Wagen fahndete. Er wurde festgenommen, Tests ergaben null Alkohol und geringe Mengen Drogen im Blut.

Der Angeklagte sei „unter höchst unglücklichen Umständen aufgewachsen“, sagte der Verteidiger. Geboren in Bulgarien, die Mutter 13 Jahre alt, der Vater 16. Aufgewachsen bei der Großmutter in Berlin, dann in Bremen. Sein Weltbild habe der Junge aus dem Computerspiel Grand Theft Auto (GTA) bezogen, sagte der Verteidiger. Darin geht es unter anderem um den Diebstahl von Autos. „Das war sein Leben.“

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