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NWZonline.de Region Bremen

Sieben Jahre für ein Auge?

09.09.2019

Bremen Er hatte die Tat angekündigt – und schlug im Januar zu: Im Verfahren gegen einen 36-jährigen Kurden, der seiner Ex-Partnerin laut Anklage einen Kugelschreiber ins Auge gerammt hat, beantragte die Staatsanwaltschaft am Freitag vor dem Bremer Landgericht eine mehr als siebenjährige Haftstrafe.

Nach Würdigung aller Beweismittel gibt es für Staatsanwalt Florian Maaß „keinerlei Zweifel“, dass der Mann in der Nacht auf den 27. Januar in einem Bus der Linie N 7 seine Ex-Partnerin zunächst in den Schwitzkasten genommen und ihr dann einen Kugelschreiber ins linke Auge gestoßen hat. Zuvor hatte der Kurde türkischer Abstammung der Frau einen Schlag ins Gesicht verpasst – auf dem Weg ins Krankenhaus folgte dann laut Maaß die Attacke mit dem Stift. Nicht nur Videoaufnahmen aus dem Bus, sondern auch Zeugenaussagen und medizinische Gutachten würden diesen Tathergang so belegen. Die 33-jährige Syrerin, die seit dem Angriff auf ihrem linken Auge quasi blind ist, überlebte die Attacke, wird aber nach Aussagen eines Augenarztes ihr Leben lang in ärztlicher Behandlung bleiben müssen.

Laut Maaß hatte der Angeklagte „die schweren Folgen seines Angriffs genauso gewollt“. Er sei bei seiner Tat „zielgerichtet“ und „bestimmt“ aufgetreten und hatte nach Aussage der Frau mehrfach damit gedroht, sie „blind wie ,Bergen‘ zu machen“ – womöglich eine Anspielung auf eine Säureattacke auf die türkische Sängerin Belgin Sarilmiser alias „Bergen“, die von ihrem Ehemann mit Salpetersäure übergossen wurde und danach auf einem Auge erblindete. „Es wird mithin deutlich, dass der Angeklagte eine gewisse Affinität zur Blindheit hat“, sagte Maaß. Laut den Zeugenaussagen sei der 36-Jährige bei seiner Tat „sehr entschlossen“ aufgetreten und habe ein „inneres Programm abgespult“.

Hätten die Fahrgäste des Busses damals nicht eingegriffen, so die Einschätzung des Staatsanwalts, hätte die Frau sehr wahrscheinlich auch die Sehkraft auf ihrem rechten Auge verloren.

Der Anklagevertreter beantragte wegen einfacher, gefährlicher und schwerer Körperverletzung eine Haftstrafe von insgesamt sieben Jahren und einem Monat – und bezog sich dabei auf eine weitere mutmaßliche Tat des 36-Jährigen. So soll der Mann bereits Anfang Dezember 2017 seine einstige Partnerin „äußerst brutal“ zusammengeschlagen haben. Damals, so der Vorwurf, zerrte der Angeklagte die Frau an den Haaren von Zimmer zu Zimmer, trat und schlug mit Holzlatten und einem Cocktailmixer auf sie ein. Wann das Urteil verkündet wird, steht noch nicht fest.

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