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NWZonline.de Region Bremen

Prozess: Streit um 90 Euro Schulden eskaliert

30.01.2020

Bremen Zwei Männer, zwei gegensätzlich geschilderte Tatgeschehen – und eine Videoaufnahme, die den Angeklagten schwer belastet: Am Bremer Landgericht hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 40-jährigen Mann begonnen, dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, nach einem Streit um Schulden auf einen 37-Jährigen eingestochen zu haben. Was zum Verhandlungsauftakt juristisch noch als gefährliche Körperverletzung eingestuft wurde, könnte auch zu einer Verurteilung wegen versuchten Mordes führen.

Am Parkhauseingang hinter dem Metropol-Theater soll der Angeklagte am 28. Juli 2019 nach einem kurzen Gespräch „unvermittelt“ und „ohne erkennbaren Grund“ zweimal auf den 37-Jährigen eingestochen haben, sagte Staatsanwalt Arne Kluger. Ein Stich traf die Lunge des Mannes, ein weiterer den Darm. Eine Notoperation rettete dem Opfer das Leben. Vor Gericht räumte der 40-Jährige zwar ein, aus einer „Kurzschlussreaktion“ heraus auf seinen Kontrahenten eingestochen zu haben. Doch: „Ich hatte nicht vor, ihn zu töten.“

Entgegen der Aussage des Angeklagten, er hätte dem 37-Jährigen im Gespräch schon einmal kurz das Klappmesser gezeigt und ihn so darauf aufmerksam gemacht, dass er es ernst meine, widersprach das Opfer dieser Schilderung. Das Messer habe er erst gesehen, als der Mann angriff, so seine Erinnerung. Für das Gericht ist dieses Detail für die weitere juristische Bewertung des Falls jedoch entscheidend, betonte der Vorsitzende Richter Jürgen Seifert. Denn: Für den Angeklagten komme auch eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags und sogar wegen versuchten Mordes in Betracht. Als Mordmerkmal nannte Seifert Heimtücke.

Wie Aufnahmen aus einer Überwachungskamera zeigen, schien es tatsächlich ein etwa sieben Sekunden dauerndes Gespräch zwischen den Männern gegeben zu haben. Plötzlich nimmt der 40-Jährige einen Gegenstand aus seiner Jackentasche und führt Stichbewegungen in Richtung des Mannes aus. Im Video, das sagte Richter Seifert, sei nicht zu erkennen, dass der 40-Jährige das Messer bereits vorher gezeigt habe. Für das Opfer scheint der Grund für den Angriff klar: „Er wollte Rache. Er wollte mich töten.“

Der 37-Jährige hatte dem Angeklagten nach eigener Aussage immer wieder kleinere Geldbeträge geliehen. So kamen etwa 90 Euro zusammen, die er zurückforderte. Deshalb soll der 37-Jährige, so schilderte es der Angeklagte, am Tag zuvor mit weiteren Männern an seiner Wohnung aufgetaucht sein und ihn bedroht haben. Dafür wollte sich der Mann nun an ihm rächen, vermutete das Opfer.

Der Prozess soll am 6. Februar fortgesetzt werden. Ein Urteil wird für Mitte Februar erwartet.

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