BREMEN - Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag. Das Opfer bekam mindestens vier Schläge mit Baseballschlägern auf den Kopf und wurde erheblich verletzt.

Von Ralf Sussek

BREMEN - Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat gestern vor dem Bremer Landgericht der Prozess gegen einen 18-jährigen Tschetschenen wegen versuchten Totschlags begonnen. Der junge Mann soll, so die Anklageschrift, mit drei anderen Männern in der Diskothek „Mirage“ in der Hillmannstraße mit einem Baseballschläger mehrfach auf den Mitinhaber der Diskothek eingeschlagen haben. Danach bekam das Opfer mindestens vier Schläge an den Kopf.

Der 35-jährige Mann wurde erheblich an Kopf und Beinen verletzt. Zwei der vier Angreifer konnten nicht gefasst werden. Der Angeklagte und ein Landsmann sitzen in Untersuchungshaft. Weil der Angeklagte zum Tatzeitpunkt noch nicht 18 Jahre alt war und damit unter das Jugendstrafrecht fällt, findet der Prozess gegen ihn unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Da die Staatsanwaltschaft wegen der Schläge gegen den Kopf davon ausgeht, dass der Angeklagte den Tod des Gegenspielers „zumindest billigend in Kauf genommen hat“, hat sie Anklage wegen versuchten Totschlags erhoben.

Dem Angeklagten droht eine Höchststrafe von zehn Jahren Haft. Der 18-Jährige hat gestern vor Gericht zwar eingeräumt, bei dem Angriff auf den 35-Jährigen dabei gewesen zu sein, aber bestritten, selbst zugeschlagen zu haben. Grund für den Angriff sei gewesen, dass er und Landsleute zuvor mehrfach im Beisein des späteren Opfers von dessen Sicherheitskräften geschlagen worden seien, erklärte der 18-Jährige nach Angaben von Prozessbeobachtern. Der 35-Jährige identifizierte den Angeklagten als einen von zwei Männern, die mit Baseballschlägern auf ihn eingeschlagen haben sollen. Weitere Zeugen hatten allerdings nur einen Schläger gesehen.