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NWZonline.de Region Bremen

Zwei Seniorinnen an der Haustür ausgeraubt

19.02.2019

Bremen Das Landgericht Bremen hat am Montag im Prozess gegen einen 63-Jährigen, dem zwei brutale Überfälle auf Seniorinnen zur Last gelegt werden, eine vorzeitige Entlassung des Mannes aus der Untersuchungshaft abgelehnt. Die Kammer geht aufgrund der möglicherweise zu erwartenden „empfindlichen Haftstrafe von über fünf Jahren“ von erhöhter Fluchtgefahr des Angeklagten aus. Eine psychiatrische Gutachterin soll nun sogar über eine eventuelle Sicherungsverwahrung entscheiden.

Zwei Raubüberfälle, zwei ähnliche Begehungsmuster, zwei Täterbeschreibungen, die zum Angeklagten passen könnten: Die Luft für den 63-jährigen Angeklagten, der sich seit Mai vergangenen Jahres wegen zweier Raubüberfälle auf Frauen über 90 Jahren verantworten muss, bleibt weiter dünn. Nicht nur aufgrund der Parallelen, die bei den beiden Raubtaten auffällig sind, sondern auch, weil DNA-Spuren den Mann belasten.

An Haustür überfallen

Im Januar 2016 soll der Angeklagte eine 92-Jährige an ihrer Haustür überfallen, in ihre Wohnung gedrängt und dort mit Klebeband an einen Sessel gefesselt haben. Genau wie im zweiten Fall, der sich im November 2017 zutrug, der Täter sei hier ähnlich vorgegangen. Opfer dieses Mal: eine 90 Jahre alte Frau. Die Anklage geht davon aus, dass es der 63-Jährige war, der die Seniorin übel zurichtete. So soll er der Frau ein Sofakissen so heftig ins Gesicht gedrückt haben, dass sie Todesangst hatte. Zudem soll er die 90-Jährige mehrfach mit einer Pistole geschlagen haben.

Die Anklage lautet schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung. In beiden Fällen sei der Mann auf Geld aus gewesen. Sowohl an Teilen des Klebebandes, das im ersten Raubüberfall verwendet wurde, als auch am Jackenkragen des zweiten Opfers fanden sich laut Vorsitzendem Richter Dr. Thorsten Prange „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ DNA-Spuren des Angeklagten.

Sein genetisches Material lagert bereits seit Anfang der 90er Jahre in den polizeilichen Datenbanken, nachdem der heute 63-Jährige im Alter von 36 Jahren einen Münchner Geschäftsmann (50) mit einem Feuerlöscher erschlagen hatte und dafür 1992 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. 2009 kam er frei. Beide Frauen hatten den Täter als etwa 1,85 bis 1,90 Meter groß, schlank und 50 bis 60 Jahre alt beschrieben. Er sei, so die Zeugen, deutscher Staatsbürger und spreche ohne Dialekt.

Gutachten gefordert

Alles Aspekte, die auf den Angeklagten passen könnten. Somit bestehe weiterhin „dringender Tatverdacht“, machte Richter Prange deutlich. Der Vorsitzende Richter sagte auch, dass man sich im Verfahren „auf der Zielgerade“ befinde. Für die kommenden Verhandlungstage sei die Einführung des Gutachtens der renommierten forensischen Psychiaterin Nahlah Saimeh geplant. Saimeh arbeitete im Klinikum Ost in der Forensik und trat bereits bei etlichen spektakulären Prozessen als Gutachterin auf.

Das Gutachten soll dem Gericht bei der Einschätzung helfen, ob eine mögliche Sicherungsverwahrung des Mannes in Betracht komme, machte Prange klar. Sollte diese angeordnet werden, wird nach Absitzen der verhängten Haftstrafe jährlich geprüft, ob der Betroffene noch eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. Der Prozess wird am Donnerstag, 28. Februar, fortgesetzt.

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