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NWZonline.de Region Bremen

Report: Viele Renten unter Armutsgefährdungsschwelle

21.01.2020

Bremen Altersarmut ist ein Problem. Und sie wird immer mehr ein Zukunftsthema. Schon jetzt können viele Rentner im Land Bremen von ihrer Rente kaum leben. Das zeigt die aktuelle Version des Rentenreports des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), den Gewerkschaftssekretär Dennis Zagermann am Montag in Bremen vorstellte.

Demnach bekamen drei Viertel der Rentnerinnen und 47 Prozent der Rentner, die 2018 in Ruhestand gingen, Renten unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle von 1035 Euro ausgezahlt. Frauen sind besonders von Altersarmut betroffen – 20 Prozent der Neurentnerinnen erhielten Renten von weniger als 300 Euro. „Der Rentenreport zeigt einen dringenden Handlungsbedarf“, sagt Annette Düring, die Bremer DGB-Vorsitzende. „Wir müssen am Faktor Arbeit gut arbeiten.“

Zu den Zahlen: Im Land Bremen bezogen 2018 rund 153 000 Frauen und Männer Rente. Sie machen 22,5  Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Bei den Bestandsrenten zeichnet sich ein hoher Unterschied zwischen Rentnerinnen und Rentnern auf: Männer erhielten 2018 im Durchschnitt 1176 Euro Rente, Frauen im Schnitt 694 Euro. Bei Neurentnern (die 2018 erstmals Rente bezogen) sank der Betrag auf 1066 Euro, bei Frauen stieg er auf 728 Euro.

Die großen Unterschiede zwischen Rentnerinnen und Rentnern sind laut Düring ein Spiegelbild der geschlechtsspezifischen Ungleichheiten im Erwerbsleben. So sei der Anteil atypischer Beschäftigung (Teilzeitarbeit, Leiharbeit, Minijobs) in Bremen zuletzt leicht zurückgegangen, mit 39,4 Prozent „jedoch noch immer viel zu hoch“. Düring: „Gerade von Frauen geprägte Branchen sind von niedrigen Löhnen, prekären Beschäftigungsverhältnissen und Tarifflucht betroffen.“ Sie fordert eine Aufwertung unter anderem von Pflegeberufen. Und nicht nur das: „Der Arbeitsmarkt muss in Ordnung gebracht werden.“ Das heißt unter anderem: Vorrang für tariftreue Unternehmen.

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Handlungsbedarf zeigt sich laut DGB-Report auch bei der Erwerbsminderungsrente. Zwar hat sich die Rentenhöhe leicht verbessert – für Männer auf 675, für Frauen auf 666 Euro. Allerdings liegen Erwerbsminderungsrenten mehrheitlich unter bereits erwähnter Armutsschwelle von 1035 Euro: Dies galt 2018 für 90 Prozent der Frauen und 81 Prozent der Männer im Land Bremen. Und die Zahl der Empfänger der Erwerbsminderungsrente steigt: 2018 bezogen sie 3530 Männer und knapp 3000 Frauen. 2003 waren es jeweils 800. Angestiegen ist das durchschnittliche Rentenzugangsalter – auf 64,3 Jahre bei den Frauen und 64,2 Jahre bei den Männern.

Für Düring steht fest: „Ein Kurswechsel in der Rentenpolitik ist dringend notwendig.“ Der DGB fordert daher, dass das Rentenniveau auf 48 Prozent stabilisiert und im nächsten Schritt auf 50 Prozent angehoben wird. Um die gesetzliche Rentenversicherung zu stärken, sollten versicherungsfremde Leistungen voll aus Steuermitteln finanziert und Griffe in die Rentenkasse durch ungedeckte Leistungen unterbunden werden.

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