BREMEN - Fast vier Jahre war sie „oben ohne“. Ein amputiertes Bauwerk sozusagen. Jetzt hat die Arberger Mühle wieder vier Flügel – und die sollen sich bald drehen. Zuvor ist der gesamte Unterbau nach historischem Vorbild restauriert worden. Notwendige Puzzlearbeit, die Zeit gekostet hat. Mühlenbesitzer Werner Möller sagt: „Ich setz‘ ja kein Dach drauf, wenn die Mauern wackeln.“
Die Restaurierung ist sozusagen auf der Zielgeraden. Jetzt wird die Galerie komplett erneuert. Zudem wird auf dem Mühlenareal die einstige „Scherfsche Scheune“ wiedererrichtet. Im Sommer 2012 jedenfalls soll der „Galerieholländer“ komplett in neuem Glanz erstrahlen – als Mittelpunkt eines Stiftungsdorfes der Bremer Heimstiftung.
Der Mühlenkopf mit Rollenkranz und Rollenlager, das Dach, die Lager, die Statik mit den tragenden Balken für Mahlwerk und Flügel, Getriebewellen, Zahnräder, Windrose – alles entspricht nun dem neuesten Stand der Technik und zugleich dem geschichtlichen Original. Die Arberger Mühle, Baujahr 1803, soll wieder komplett funktionsfähig werden. Das fordert auch der Landesdenkmalpfleger, schließlich ist die Mühle als technisches Baudenkmal eingestuft. Seilwinden für Lastentransporte, Rutschen fürs Hinablassen von Mahlgut und Mahlsteine werden eingebaut. Funktionsfähig heißt: Mehl könnte gemahlen werden. Soll es aber nicht.
Die Arberger Mühle ist die älteste der fünf noch existierenden Bremer Mühlen. Und die mit dem größten Grunddurchmesser. Ursprünglich war die Mühle mit Steertkappe, Segelflügeln und reetgedecktem Achtkant ausgerüstet.
Bezahlt wird die Restaurierung aus vielen Kassen. Der aus Bremen stammende Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hat die Bundeskassen angezapft. Das Landesamt für Denkmalpflege, die Stiftung Wohnliche Stadt, die Waldemar-Koch-Stiftung sind im Spiel, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz lässt Mittel aus der Fernsehlotterie fließen. Und der Rest kommt aus dem Dorf, vom Förderverein Arberger Mühle und von Arberger Bürgern. Diese sind auch „am Bau“aktiv: Möller ehrte jüngst Fritz Schrader, Josef Beiwinkler, Niels Möller, Klaus Martens, Fritz Mysegades und Jochen Spieler.
