BREMEN - „Schönen guten Abend Bremen“, begrüßte Florian Silbereisen sein Publikum am Sonntagabend beim „Überraschungsfest der Volksmusik“. „Wer feiert mit mir bis zum Frühstück?“ So lange ging das Fest nicht, aber knapp dreieinhalb Stunden dauerte es schon. Die knapp 1900 Zuschauer rockten die Halle 7. Begeistert sangen sie mit „De Randfichten“ „Lebt denn d’r alte Holzmichl noch…?“ „Jaaaaaaaaaaa, er lebt noch“ stimmte das gesamte Publikum heiter ein.

Die Stimmung war fantastisch. Neben „De Randfichten“ war mit den „Dorfrockern“ eine weitere Gruppe junger Volksmusiker vertreten. Das Überraschungsfest war tatsächlich gespickt mit Überraschungen. Wer hätte gedacht, dass „Flori“ sich auf ein Messerbett legen würde und sich von einem Kung-Fu-Meister eine Gurke direkt über der Gurgel durchschneiden lassen würde? Silbereisen sang, spielte Klavier, Schlagzeug, Akkordeon und unterhielt sein Publikum mit kecken Sprüchen. Echte Prominenz konnte er davon überzeugen, mit auf seine Tournee zu kommen.

Wencke Myhre war am Sonntag der besondere Stargast. Gemeinsam mit Silbereisen sang sie „Sei bereit“ aus dem Musical „Tanz der Vampire“, aber auch alte Hits wie „Er hat ein knallrotes Gummiboot“ und „Er steht im Tor“. Letzteres sang sie gemeinsam mit Torwartlegende Sepp Maier. Dieser begleitet Silbereisen nicht als Sänger, sondern als Unterhaltungskünstler und Magier auf der Tournee.

„Weißt du wie viel Sternlein stehen“, ein altes deutsches Volkslied, wurde ausgerechnet von der Chinesin Ling gesungen. „Ich mag die wunderschönen Volkslieder, die gehen einem wirklich ans Herz. Und Mozart und Beethoven muss man einfach lieben“, antwortete sie auf Silbereisens Frage, warum sie ausgerechnet deutsche und österreichische Musik singe.

Die Bühnendekoration, ein Schlossgarten, verbreitete romantische Stimmung. Wer schlecht sehen konnte, hatte die Möglichkeit, alles auf zwei Leinwänden anzuschauen, die neben der Bühne angebracht waren. Darauf waren zwischendurch auch immer wieder Videos zu sehen. Wencke Myhre zum Beispiel stellte dem Publikum in einem Film ihre Enkel vor. Patrick Lindner steht in diesem Jahr seit 20 Jahren auf der Bühne. „Wenn ich da so nach unten schaue, meine Damen und Herren, Sie haben sich überhaupt nicht verändert“, begrüßte er das Publikum.

Viele der Lieder wurden vom Deutschen Fernsehballett des MDR begleitet. In unterschiedlichsten Kostümen tanzte das Ballett zu den Liedern. Selbst Florian Silbereisen tanzte eine Nummer mit den Profis. Für die musikalische Unterstützung sorgte das „Samstagabendshow-TV-Orchester“.