BREMEN - Die Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“ (SKWB) hat ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert. Das sagt deren Sprecher Hans Glasneck. Doch offiziell gegründet wurde sie erst 1934 – von Mitgliedern des „Kaiserlichen Yachtclubs“, die der Gleichschaltung durch die Nazis entgehen wollten. Und so feiert die SKWB an diesem Sonntag ihr 75-jähriges Bestehen.

Die Segelkameradschaft hat etwa 700 Mitglieder, die rund um den Globus verteilt sind. Wer über die Weltmeere schippert, dem ist offensichtlich egal, wo sein Verein zu Hause ist.

Gleichwohl leben die meisten Seglerkameraden in Bremen und seiner Umgebung, sagt Glasneck. Wer einmal dieser Gemeinschaft beigetreten ist, bleibt meist.

So sei es auch bei ihm gewesen, sagt Glasneck: In früher Jugend habe er das Segeln ausprobieren wollen und sei in die SKWB eingetreten. Wen einmal die Leidenschaft für die Freiheit beim Hochseesegeln gepackt habe, der werde sie nicht mehr los.

Sozialer Status zählt nicht

Ziel der Vereinigung ist es, allen Interessierten die Möglichkeit zum Hochseesegeln zu geben – unabhängig vom sozialen und finanziellen Status. Es gibt keine Mitglieder mit eigenen Booten, sondern alle segeln auf vereinseigenen. So ein Arrangement gebe es nur bei sehr wenigen deutschen Vereinen, sagt Glasneck. Auf über 900 000 zurückgelegte Seemeilen hätten es die Mitglieder mittlerweile gebracht. „Das entspricht mehr als 40 Erdumrundungen“, rechnet Glasneck vor.

Die SKWB verfügt mit der „Wappen von Bremen“ und der „Bank von Bremen“ über zwei Hochseeyachten und mit der „Beluga Spirit“ sowie der „Campaign“ über zwei Regattayachten für die Jugend. Dazu kommen noch fünf Jollen und ein Trainerboot. Aber der Verein hat keinen eigenen Yachthafen und verfügt auch nicht über ein repräsentatives Vereinsheim.

Wichtig sei die Förderung der Jugend, sagt Glasneck. Die „Jugend“ der Segelkameraden bestand lange Zeit nur aus jungen Männern. Jetzt gebe es unter den 130 jugendlichen Mitgliedern aber nicht nur eine Menge Mädchen. Auch die erste Frauen-Crew ist bereits über die Weltmeere geschippert.

Mit einem Mitgliederempfang an diesem Sonntag im Schütting, dem Gründungsort der SKWB, beginnt die Reihe der Jubiläumsveranstaltungen.

Ein weiterer Akt ist die Stiftung des „SKWB-Nordseepreises“ durch die Segelkameradschaft.

Ewiger Wanderpreis

Diese Auszeichnung wird auf der Regatta „Rund um Helgoland“ auf der Nordseewoche als ewiger Wanderpreis ausgesegelt, und zwar als Steuermannspreis für die beste Vereinsyacht.

Dieser sportliche Höhepunkt des SKWB-Jubiläumsjahres werde durch einen gesellschaftlichen ergänzt, erzählt Glasneck und hat ein bisschen Vorfreude in der Stimme. Der festliche „Hochseeseglerabend 2009“ wird dann im November in der Oberen Rathaushalle als Krönung des Jubiläumsjahres gefeiert.