BREMEN - Bewohner des AWO-Pflegeheims in Arbergen nahmen an dem Pilotprojekt teil. Als Schirmherrin konnte Bremens Sozialsenatorin Röpke gewonnen werden.

von benjamin klare

BREMEN - Über 30 Senioren des AWO-Pflegeheims in Arbergen – mehr als 80 Prozent von ihnen an Demenz erkrankt – haben sich an einer Studie des Bremer Instituts für angewandte Pflegeforschung (iap) beteiligt, welche die Wirkung von Kleintieren auf Senioren untersuchte. Studienleiter Professor Dr. Görres kommt zu dem Ergebnis, dass die Tierbesuche des Wedemarker Instituts für soziales Lernen, die zweimal pro Woche mit Kaninchen und Meerschweinchen stattfanden, bei den Heimbewohnern zu positiven Effekten auf sozialer, psychischer und physischer Ebene führen.

Bremens Sozialsenatorin Karin Röpke und Professor Dr. Stefan Görres stellten gestern die Ergebnisse dieses bundesweit ersten Forschungsprojekts zu Kleintieren in Altenheimen vor.

Zum einen würden die Nager als „Eisbrecher“ fungieren, indem sie die Kommunikation zwischen den Senioren anregten. So würden Isolation und Rückzug der Heimbewohner reduziert und Gesprächsstoff geliefert. Zum anderen förderten die Tiere eine emotionale Stabilisierung der Senioren und verbesserten deren Gedächtnis und Orientierungssinn. Des weiteren würden sie die Mobilisierung der Menschen erleichtern und damit etwa einer Thrombose vorbeugen.

Heimleiterin Doris Kutschker kann bei den Senioren ein größeres Wohlbefinden ausmachen, wenn sie die Kleintiere streicheln und füttern. Das Pflegepersonal profitiere ebenfalls von den Tierbesuchen, da sich die Bewohner in dieser Zeit ganz auf die Meerschweinchen und Kaninchen konzentrierten. Auch nach Ende der Studie sollen die tierischen Gäste einmal pro Woche in Arbergen vorbeischauen.

Sozialsenatorin Röpke lobte das Projekt und die Vorreiterrolle Bremens auf pflegewissenschaftlichem Gebiet. „Es ist von großer Bedeutung, neue Wege im Bereich der Altenpflege zu gehen. Mit Hilfe der Tiere haben alte Menschen Freude und öffnen sich auch gegenüber den Mitmenschen“, so Röpke.