Bremen - Eine Menschentraube, viele Kinder, alle blicken auf ein Küken, das sich gerade aus dem Ei kämpft. Nun muss es einen Tag trocknen, bevor es aus dem Brutkasten darf. Das grüne Wissenschaftscenter Botanika im Rhododendronpark in Horn zelebriert mit Küken, Kaninchen, vor allem aber blühenden Azaleen den Frühling. Bis zum 28. April sind die beiden Sonderausstellungen „Mümmelmann & Co.“ sowie „Farbenpracht der Azaleen“ im Mende-Haus zu sehen. Das Küken wankt etwas irritiert in Richtung Glasscheibe. Es ist am Sonnabend als erstes geschlüpft und somit noch allein. Weitere Eier liegen aber schon im Brüter. Bis Ende April sollen im Schnitt zehn Küken pro Tag schlüpfen. In der Nähe ist schon der Kindergarten für die Küken vorbereitet. „Das Schlüpfen hat etwa zweieinhalb Stunden gedauert“, sagt Daniel Abt (25), Student aus Vechta, der gerade ein Praktikum in der Botanika macht.

Geselliger geht es direkt neben dem Brutkasten zu. Dort haben 19 Kaninchen verschiedenster Rassen ihr Quartier. Darunter sind einige „Deutsche Riesen“, acht bis 9,5 Kilo schwer. Zierlich ist das Kaninchen „Englische Zwergschecke“, eine junge Züchtung. Die Art durchläuft gerade das Neuzüchtungsverfahren. Das Fell ist hell, um das Maul ist ein schwarzer Fleck in Form eines Schmetterlings zu sehen. An der Seite bilden dunkle Flecken eine Art Kettenmuster.

Die Kaninchen verstehen sich gut, laufen munter umher und machen es sich gemütlich. „Es war wichtig, dass sie alle zum selben Zeitpunkt zusammengekommen sind. Ein neues Tier würde die Harmonie stören“, sagt Lars Schlüter (24), zweiter Vorsitzender des Bremer Landesverbands der Rassekaninchenzüchter. Es werden keine Kaninchen zum Streicheln herausgenommen, dafür stehen elf männliche Tiere backstage bereit.

Davon profitiert auch Hannes, ein halbes Jahr alt und mit seinem Vater Bastian Conze (37) aus Delmenhorst zu Besuch. Er sitzt auf einem Heuballen und darf ein Kaninchen streicheln. Er lächelt erst das Kaninchen und dann seinen Vater an. „Die Tiere sind nett. Das ist toll für die Kinder“, sagt der Papa. „Die Azaleen sind auch prächtig.“