BREMEN - Prinzipielle Einigkeit herrschte bei der Bürgerschaftsdebatte über die Betreuung von Kindern im Alter von bis zu drei Jahren.
Den Tenor formulierte der FDP-Mann Magnus Buhlert: „Das ist gut – davon brauchen wir mehr.“ Doch in welchem Stadtteil das Projekt auf den Weg gebracht werden soll, war Gegenstand einer hitzigen Debatte. Eine vom Senat in Auftrag gegebene Studie der Uni Bremen hatte ergeben, dass die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder in diesem Alter mit zunehmendem Bildungsniveau der Eltern ansteigt. Erwerbslose und bildungsferne Schichten hingegen lassen ihre Kinder nur selten vor dem Kindergartenalter betreuen.
Vor diesem Hintergrund kritisierte die jugendpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Sandra Ahrens, dass derzeit im eher armen Huchting Überkapazitäten herrschen, während im eher wohlhabenden Borgfeld 113 Kinder auf einer Warteliste stehen. „Im Moment fahren Eltern aus der Neustadt ihre Kinder nach Huchting – das kann es ja wohl nicht sein“, so Ahrens. Die Planung müsse sich am realen Bedarf orientieren. Die Planung sei sinnvoll, um benachteiligte Familien zu ermutigen, ihre Kinder früh in Kinderkrippen und ähnliche Einrichtungen zu bringen, sagte Karin Garling, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Derzeit gibt es in Bremen 370 Betreuungsplätze für Kinder unter vier Jahren. Die rot-grüne Koalition hat angekündigt, bis August dieses Jahres die Kapazitäten auf insgesamt 580 Plätze auszubauen. Damit soll eine Versorgungsquote von zehn Prozent erreicht werden. Der Bund
hat Bremen hierfür 16,5 Millionen Euro zugesichert.
