BREMEN - Es war das Startsignal für das größte Krankenhausprojekt Deutschlands: Fünf honorige Herren schaufelten auf dem Areal des Klinikums Bremen-Mitte im Sand. Mit dem ersten Spatenstich begann gestern der Neubau eines fünfstöckigen Krankenhausgebäudes. 230 Millionen Euro Kosten und drei Jahre Bauzeit sind veranschlagt.

Teilersatzneubau

Das Klinikgelände verwandelt sein Gesicht. Teilersatzneubau heißt das Gesamtwerk. Die alte Krankenhausküche und die ehemalige Intensivstation sind abgerissen worden, um Platz für den Neubau zu schaffen. Große Teile des Krankenhausareals werden freigemacht. 4500 Tonnen Bauschutt sind bereits weggekarrt worden. So entstehen laut Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) Zug für Zug „zehn Hektar in bester Lage“ für Stadtentwicklung und Wohnungsbau – ein neuer Ortsteil entsteht in der östlichen Vorstadt.

Der Flächenverkauf ist ein Mosaikstein der Finanzierung. Die Baukosten trägt das Klinikum, genauer gesagt die Holding Gesundheit Nord (Geno), die Dachgesellschaft der vier kommunalen Bremer Krankenhäuser. Das Land Bremen bürgt für die Finanzierung, nimmt der Geno Pensionsverpflichtungen in Höhe von 70 Millionen Euro ab und hält 50 Millionen Euro bereit, falls der Bau teurer wird als geplant. Für Böhrnsen ist das ein „Bekenntnis zur öffentlichen Verantwortung für die Gesundheitsversorgung“.

„Klinik der kurzen Wege“

Ein Krankenhaus benötigt Investitionen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sagte der Bürgermeister. „Der wirtschaftliche Druck steigt“, ergänzte Geno-Chef Dr. Diethelm Hansen. Wesentliches Ziel sei es, moderne Medizin auf höchstem Niveau mit den Vorteilen eines patientenfreundlichen Krankenhauses zu verbinden. Dafür muss die „unwirtschaftliche Pavillonstruktur“ einem kompakten Baukörper weichen. „Eine Klinik der kurzen Wege“ soll entstehen.

Im fünfstöckigen Neubau sollen unter anderem der zentrale Operationsbereich, die Zentren für Onkologie, das Neuro-Kopf-Zentrum sowie das Brustzentrum untergebracht werden. Mindestens 750 stationäre Betten sollen entstehen. Daneben wird ein Eltern-Kind-Zentrum gebaut.

Der Neubau soll in drei Jahren bezogen werden. Die Bauarbeiten laufen während des normalen Klinikbetriebs. „Das ist eine große logistische Herausforderung“, sagt Hansen. „Das ist eine Operation am offenen Herzen.“

Seit dem Vorlegen des ersten Konzepts im Sommer 2003 sei viel geplant, diskutiert und verworfen, seien Arbeitsplätze abgebaut worden, so Betriebsratchef Thomas Hollnagel. „Das war ein dorniger Weg“, jetzt hofft er auf eine „rosige Zukunft“.