BREMEN - Bis zu 85 Prozent der Bremer Spediteure sind „Seehafenspeditionen“. Der Versand von Seegütern ist zurzeit ein lohnendes Geschäft.

Von Jörg Esser

BREMEN - „Spediteure sind die geborenen Logistiker.“ Sie organisieren Gütertransporte – und zwar weltweit. Tendenz steigend. Das sagt Simon Reimer aus dem Vorstand des Vereins der Bremer Spediteure, der knapp 200 Unternehmen der Branche vertritt.

Die Containerschifffahrt boomt. An den Kajen des Bremerhavener Terminals wurden zuletzt Zuwachsraten von 8,9 Prozent notiert, in Hamburg stieg der Umschlag im vergangenen Jahr gar um 14,1 Prozent. Und davon profitieren auch die Bremer Spediteure. 80 bis 85 Prozent von ihnen zählen nämlich zu den so genannten Seehafenspeditionen. Sie beschäftigen sich überwiegend oder ausschließlich mit dem Versand und dem Empfang von Seegütern. Und das ist zurzeit ein lohnendes Geschäft.

Das Bremer Speditionsgewerbe ist klein- und mittelständisch strukturiert, sagt Reimer. 85 Prozent der Firmen haben lediglich bis zu 30 Mitarbeiter. Insgesamt beschäftigen die Bremer Speditionsfirmen jedoch rund 4 000 kaufmännische Mitarbeiter. 500 von ihnen gehen auf das Konto des „global players“ Kühne + Nagel, der sich laut dem Generalbevollmächtigten für die Hansestadt, Reinhard Kütter, immer noch stolz zu seinen Bremer Wurzeln bekennt. Der Umsatz der im Spediteurs-Verein zusammengeschlossenen Firmen liegt zwischen 2,5 und drei Milliarden Euro, die Wertschöpfung zwischen 600 und 800 Millionen Euro.

Auch die Lkw-Maut ist ein Thema für die Spediteure. Eines, das auf der Mitgliederversammlung gestern Nachmittag kontrovers debattiert wurde. Robert Völkl, Geschäftsführer des Vereins Bremer Spediteure, hält eine Ausweitung der Maut auch auf Bundesstraßen für sinnvoll. Die Gebühr müsse aber auf Abschnitte beschränkt bleiben, die seit der Einführung der Autobahn-Maut verstärkt vor allem von ausländischen Lkw-Fahrern als Ausweichstrecke genutzt werden.

Insgesamt wird die Maut kritisch gesehen, weil sie die deutschen Seehäfen benachteilige, so Völkl. Die Transporte verteuerten sich je nach Abgangs- und Zielort um bis zu 25 Euro gegenüber den Konkurrenten in Rotterdam und Antwerpen, heißt es.