• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Bremen

Spendenaktion: Wo acht Familien eine einzige Toilette teilen

18.03.2020

Bremen Während in deutschen Supermärkten akute Toilettenpapier-Not herrscht, müssen Menschen in anderen Regionen der Welt ganz ohne Sanitäranlagen und funktionierende Abwassersysteme auskommen. Der Bremer Hilfsverein „Borda“ startet nun eine Spendenaktion für die, die sich um die Abwasserentsorgung in Entwicklungsländern kümmern. Dort benutzen zum Teil acht Familien eine Toilette.

Verunreinigtes Wasser

Es sind Zahlen, die erschüttern: Rund 780 000 Menschen weltweit sterben nach Angaben von Stefan Reuter jährlich an den Folgen von verunreinigtem Wasser, etwa 2000 Menschen täglich. Reuter, Leiter Strategische Partnerschaften beim Verein „Borda“, drückt es deutlich aus, als er und Kollegen am Dienstag das neue Projekt vorstellen: „Das sind vier Jumbo-Jets, die jeden Tag abstürzen – und keiner berichtet darüber.“ Auch wenn die Lage in vielen Ländern einer humanitären Katastrophe gleiche, gebe es Menschen, die unter widrigsten Bedingungen Fäkalgruben und Schlammbecken säuberten und so das Nötigste für die sanitäre Versorgung leisteten.

Genau um diese Menschen dreht sich das neue Projekt des Vereins „Bremen Overseas Research and Development Association“, kurz „Borda“. Anders als in Deutschland, in dem über Gebühren die Kläranlagen und Abwassersysteme finanziert werden, holen in Daressalam (Tansania) sogenannte „Abfahrer“ tonnenweise menschliche Hinterlassenschaften aus provisorischen Gruben. Ihr Lohn: etwa zehn Cent pro Haushalt. „Damit“, verdeutlicht Reuter, „kommt keiner der Abfahrer aus.“ Um einen verlässlichen Betrieb sowie eine Aufstockung der Kläranlagen möglich zu machen, reichen bereits kleine Geldbeträge aus: Vier Euro pro Haushalt und Jahr würden genügen, um den Inhalt der Gruben sicher abzufahren und umweltfreundlich zu lagern. Mit 50 Euro jährlich würden bereits 12,5 Haushalten und somit etwa 75 Personen hygienisch saubere Sanitäranlagen bereitgestellt werden können – eben weil die Betreiber von Kleinstkläranlagen so besseres Equipment bereitstellen und Mitarbeiter einstellen könnten.

Projekt ausweiten

Dass der Bedarf hoch ist, haben die Verantwortlichen von „Borda“ bei Besuchen vor Ort kennengelernt, aber auch die nackten Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Weltweit, sagt Reuter, leben rund 4,5 Milliarden Menschen ohne Zugang zu hygienischer Sanitärversorgung – was zusätzlich eine große Belastung für Tier und Natur darstellt.

Neben Daressalam, wo aktuell fünf Kleinstkläranlagen von „Borda“ aufgebaut wurden, soll das Projekt auch auf die Hauptstadt Sambias, Lusaka, ausgeweitet werden. Allein in Daressalam könnten – je nach Bereitschaft zur Patenschaft – bis Ende des Jahres 2020 rund 50 Kläranlagen zusätzlich gebaut werden und dadurch auch sichere Beschäftigungsverhältnisse geschaffen werden.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.