BREMEN - Die Zahl der Passanten hat sich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt. Auch das Image hat sich verbessert.
Von Jörg Esser
BREMEN - Für Wirtschaftssenator Peter Gloystein (CDU) ist die Innenstadtentwicklung „ein gutes Beispiel für die gelungene Investitionspolitik des Senats“. Jeden Euro aus der Schatulle der Stadt habe fünf Euro Investitionen von privater Hand induziert, zog Gloystein gestern eine positive Zehn-Jahres-Bilanz.Seit 1994 hat Bremen 157,74 Millionen Euro ins Sofortprogramm Innenstadt gesteckt. Im selben Zeitraum seien rund 792 Millionen Euro Privatmittel in die Entwicklung der City investiert worden, so Gloystein. Die Bremer Innenstadt habe sich „als Erlebnis und Gesamterscheinung“ gegenüber den Mega-Kaufhäusern auf der grünen Wiese immer mehr profiliert, sagte der Wirtschaftssenator. Und belegte dies mit den Ergebnissen von Umfragen. Demnach hat sich beispielsweise die „Passantenfrequenz in dem Haupteinkaufsbereich der Obernstraße“ zwischen 1999 und 2003 von 4 778 auf 11 685 Personen pro Tag erhöht. Und auch das Image der Bremer Innenstadt habe sich verbessert. Unter den Großstädten gilt Bremen im Ranking als „zweithöchster Aufsteiger“. Zudem wurden „Stadtbild und Flair“ der Innenstadt Ende 2003 deutlich positiver bewertet als Ende 1996, hat das Institut für Geographie der Universität Bremen ermittelt.
Zu den Vorzeigeobjekten zählt die Wall-Mühle, die bis 1995 lediglich eine Fahrschule und eine Studentenwohnung beherbergte, und jetzt zum Vorzeige-Restaurant „Kaffeemühle“ geworden ist. Die Schlachte hat sich zum Bummel-Boulevard mit mehr als einem Dutzend Kneipen herausgeputzt. Aus der alten Wertpapierbörse ist ein modernes Modekauf- und Bürohaus geworden. Mit der Katharinenpassage sei es gelungen, einen ganz neuen Pfad durch die Innenstadt zu etablieren. Das Kontorhaus am Markt und das alte Polizeihaus am Wall sind nach dem Umbau von tristen Büro- zu multifunktionalen Kultur- und Einzelhandelsstätten geworden. Mischnutzung statt Mononutzung lautet das Erfolgsrezept.
In die Aufwertung der Innenstadt will die rot-schwarze Koalition auch weiter investieren. Die Mittel für den nächsten Fünfjahreszeitraum (2006 bis 2010) sollen allerdings um zehn auf rund 65 Millionen Euro zurückgeschraubt werden. Im Visier der Planer ist vor allem der Bereich Hutfilterstraße/Brill/Faulenquartier, für den ein umfassendes Konzept entwickelt werden soll.
