BREMEN - Mit einem Frühwarnsystem will Bremen die zunehmende Jugendgewalt in den Griff bekommen und kriminelle Karrieren möglichst frühzeitig verhindern.

Das neue Konzept soll dazu beitragen, die Zahl der Gewaltdelikte von Jugendlichen und Heranwachsenden zu verringern, Intensivtäter schnell zu verfolgen und zu bestrafen, sagte Innensenator Willi Lemke (SPD) am Dienstag. Es ziele aber auch darauf, Alkohol- und Drogenmissbrauch einzuschränken und Jugendlichen bei der gewaltfreien Lösung von Problemen zu helfen.

Das Konzept sieht unter anderem eine enge Abstimmung zwischen den Senatsressorts, der Polizei, den Schulen und der Justiz vor.

„Das Thema Jugendkriminalität eignet sich nicht für Wahlkämpfe“, sagte Lemke bei der Vorstellung des Konzeptes „Stopp der Jugendgewalt“.

Es gebe besonders viele Gewaltdelikte bei Jugendlichen aus sozial benachteiligten Milieus und bei heranwachsenen Mehrfach- und Intensivtätern mit Migrationshintergrund. Erfolgversprechende Prävention und Intervention seien nur über bessere Absprachen aller Stellen möglich.

Die Polizei soll unter anderem über kriminelle Jugendliche spezielle Berichte schreiben, die auch die persönlichen Lebensumstände, bisherigen Delikte und frühere Sanktionen enthalten.

Die Strafverfolger wollen dabei besonders auf mehrfach auffällige junge Täter achten.

Bei Straftaten in Schulen rückt künftig ein Interventionsteam („Task Force“) an und führt Gespräche mit Tätern und Opfern, kündigte Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) an.