BREMEN - „Es gibt hier keine großen Angebotsreserven an fertigen Hallen.“ Viel deutlicher wollte Jens Lütjen, Inhaber der Unternehmensgruppe Spies, nicht werden – offenbar nach dem Motto, dass sich vor dem Hintergrund einer wieder anziehenden Konjunktur jeder die Konsequenzen vorstellen kann.

Gemeinsam mit dem Spies-Logistikfachmann Matthias Boelsen präsentierte Lütjen einen Report. In einer siebenmonatigen Recherche wurde der Markt für Logistik-Immobilien im Raum Bremen untersucht. Die Studie erscheint rechtzeitig zum Logistiktag, der am Donnerstag in Bremerhaven beginnt. Lütjen: „Ein wichtiger Tag für die Region, sehr viele Entscheidungsträger sind da.“

24 Gewerbe- und Industriegebiete wurden für die Studie nach Hallen untersucht: nach Vorhandensein und Ausstattung. Matthias Boelsen: „Die Qualität einer Immobilie wird immer wichtiger.“

Nach den Recherchen weist die Kapazität der Hallen- und Produktionsflächen in der Region – ohne reine Handelsflächen – eine Größe von etwa 4,3 Millionen Quadratmetern auf. Bewertet wurden nur Flächen mit einer Mindestgröße von 400 Quadratmetern. Die 4,3 Millionen Quadratmeter teilen sich etwa 800 Unternehmen. Die Unternehmen zahlen eine durchschnittliche Nettomiete von 2,90 Euro pro Quadratmeter, die – wie es weiter hieß – im Bundesvergleich eher niedrig angesiedelt ist. Das Spektrum reicht von 1,75 Euro in Hallen, die vor 1950 errichtet wurden, bis zu einem Quadratmeterpreis von 4,05 Euro in Neubauten.

Die Leerstandsquote ist mit durchschnittlich 2,6 Prozent „extrem niedrig“, sagte Lütjen. Bei mehr als 5000-Quadratmeter-Hallen liege sie sogar unter zwei Prozent. „Wir brauchen größere Hallenflächen.“ Und: „Wir sehen Wachstumspotenziale, für die wir mittel- und langfristig ausreichend Fläche benötigen.“ Mit Blick auf den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven sagte Boelsen: „Die Region hat eine Riesenchance.“ Diese liege in der Lage zwischen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven: „Ein strategisch hervorragender Standort.“