BREMEN - Henning Scherfs Verdienste im Bereich Logistik wurden geehrt. Für sein Lebenswerk erhielt er den Logistikpreis.

Von Ilka Langkowski

BREMEN - „Der Preis steht für außergewöhnliche Leistungen auf dem Gebiet der Logistik und ist gleichzeitig Ehrung für sein Lebenswerk.“ So kündigte Wirtschaftssenator Jörg Kastendiek (CDU) gestern auf dem Bremer Logistiktag im Congress Centrum den Träger des ersten „Kieserling Logistikpreises“ an. Und: „Der Preis geht an Henning Scherf.“

Die Kieserling-Stiftung und die Deutsche Außenhandels- und Verkehrs-Akademie hatten das ausgebuchte Symposium ins Leben gerufen. Bremen soll als Logistik- und Seehafen-Standort gestärkt werden. Die bisherige, positive Entwicklung in diesem Bereich sei dem Einsatz des früheren Bremer Bürgermeisters zu verdanken, der durch seine politischen Aktivitäten und Entscheidungen den nötigen strukturellen Rahmen geschaffen habe, so Kastendiek. Er nannte dazu die Umstrukturierung der Bremer Lagerhaus Gesellschaft sowie die des Hafenamtes in „Bremen Ports“, den Ausbau der Containerterminals IIIa und VI, den Neubau der Kaiserschleuse, den Ausbau Osthafen, den Bau der A 281 und insbesondere den Ausbau des Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven, von dem auch Bremen profitiere.

Preisträger Scherf (SPD) bedankte sich und setzte nach einer kleinen Liebeserklärung an die Häfen die Erfolgsliste fort: „Früher jagten sich Hafen- und Wirtschaftsressort gegenseitig die Kunden ab“, sagte Scherf, „erst die Zusammenlegung vereinigte die Kräfte.“ Leidenschaftlich wurde seine Rede beim Thema Tiefwasserhafen. Die Kooperation mit Niedersachsen und Hamburg bewertete er als Schlüssel zum Erfolg. „Wir hätten in Bremen keine weiteren Kajen bauen können“, sagte er, „und wie sollen 400 Meter lange Schiffe den Hamburger Hafen anlaufen?“ Zur uralten Konkurrenz zwischen Bremen und Hamburg führte er an, dass immerhin 40 Prozent des Hamburger Hafens von Bremen aus gemanagt würden. „Wir dürfen wir nicht ‚Klein-Klein’ machen“, fuhr er fort und beurteilte den Tiefwasserhafen als „riesenhafte Option für die Häfen und die Küste“. Transport und Logistik sind nach Scherfs Ansicht „Herz und Hoffnungsträger der deutschen Wirtschaft“.