BREMEN - „Tradition und Fortschritt im heutigen Theater“ – so lautete das Thema des 29. Landesverbandstages Bremischer Volksbühnen im „Tafelhaus Tritonia“. Dem Landesverband gehören die Volksbühnen in Bremen und Bremerhaven an. Deren Vorstände befragten jetzt die Vertreter der Theater in Bremen, Bremerhaven und Oldenburg nach ihren Positionen.

Benjamin von Blomberg, der designierte Chefdramaturg des Theaters Bremen, erläuterte an Schillers „Räubern“, an den Stücken der Elfriede Jelinek und an Goethes „Faust“, wie die Auseinandersetzung zwischen Tradition und Fortschritt thematisch in einen Spielplan eingebaut werden kann.

Ab nächster Spielzeit wird von Blomberg in Bremen als „geistiger Motor“ seinem 15 Jahre älteren Intendanten zuarbeiten. Der gebogene Pfeil, den die neue Truppe aus Kurt Hübners Zeiten als Logo übernimmt, soll symbolisieren: Wir fangen nicht bei Null an. Die neue Losung heißt: Öffnung in die Stadt hinein.

Ulrich Mokrusch, seit voriger Spielzeit Intendant in Bremerhaven, deutete den Begriff des „Theaters in der Stadt“. Davon ausgehend, dass jede Stadt eine eigene Tradition hat, will er Bremerhavener Themen inhaltlich aufarbeiten und markante Einrichtungen als zusätzliche Spielstätten schaffen, gesellschaftlich Kirchengemeinden einbinden, thematisch die Arbeiten des berühmten Polarforschers Alfred Wegener nutzen.

Markus Müller ist seit einigen Spielzeiten Generalintendant des Staatstheaters Oldenburg. Aus dem großdimensionalen Ausweichquartier im Fliegerhorst sei das Ensemble im sanierten und ausgebauten Theaterbau der Stadt wieder angekommen, sagt er.

Müller sucht nach einer „Bürgerlichkeit von heute“. Theater suche eine inhaltliche Auseinandersetzung, sagt Müller.

Die Mitglieder des Landesverbandstages Bremischer Volksbühnen bestätigten Klaus Schmidt, den Ehrenvorsitzenden der Volksbühne Bremen, als Vorsitzenden. In die zweite Position wurde die neue erste Vorsitzende der Volksbühne Bremerhaven, Regina Korte, gewählt.