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NWZonline.de Region Bremen

Wie ein Schnelltest helfen kann

30.08.2017

Bremen Morbus Parkinson, Multiple Sklerose (MS) und Schlaganfälle gehören zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Neues aus Forschung und Praxis erfahren Betroffene, Mediziner, Pflegekräfte und Therapeuten auf der Tagung „Neuro“, die die Messe Bremen am Samstag, 9. September, im Congress Centrum (CCB) auf der Bürgerweide veranstaltet.

Wie groß der Informationsbedarf ist, zeigt der Blick in die Statistik. So erleiden jedes Jahr rund 250 000 Deutsche einen Schlaganfall. Im akuten Fall bedeutet das: „Zeit ist Hirn. Denn je länger ein Patient unversorgt bleibt, desto höher ist das Risiko, dass er behindert oder pflegebedürftig bleibt“, erklärt Professor Dr. Pawel Kermer vom Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch. Er spricht bei „Neuro“ über vier unterschiedliche Akuttherapien. „Ein Schlaganfall tut nicht weh, deshalb ist die Hemmschwelle höher, die 112 zu wählen“, sagt Kermer. Im Verdachtsfall kann ein Schnelltest für Gewissheit sorgen, mit dem Symptome wie eine Halbseitenlähmung oder eine Sprachstörung festgestellt werden. „Wenn die betroffene Person einen einfachen Satz nicht nachsprechen kann oder beim Lächeln ein Mundwinkel herunterhängt, sollte man den Notruf wählen.“

Neue Informationen zur Verbreitung und Behandlung gibt es bei MS. „Laut aktuellen Studien sind in Deutschland zwischen 160 000 bis 170 000 Menschen erkrankt – mehr, als bisher angenommen“, sagt Professor Dr. Andreas Kastrup vom Klinikum Bremen-Mitte und Bremen-Ost. Verfügbar oder kurz vor der Zulassung sind neue Therapien mit Substanzen, die auch bei hochaktiven Krankheitsverläufen wirken. Auch in der Parkinson-Forschung gibt es Neues: Noch in Vorbereitung sind drei Studien, die zukünftig eine Impfung gegen Parkinson ermöglichen sollen. Darüber spricht Professor Dr. Heinz Reichmann vom Dresdener Universitätsklinikum. Als Auslöser mancher Parkinson-Formen gelten bestimmte Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn. Medikamente dagegen werden jetzt getestet. „Sind diese Substanzen gut verträglich, ist eine Impfung in fünf bis sieben Jahren denkbar“, sagt Reichmann.

Auch praktische Hilfestellungen gehören zum Angebot der Tagung – wie die Sitzung „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. Sie richtet sich an Patienten, deren Angehörige sowie ans Fachpublikum.

Die „Neuro“ läuft am Samstag, 9. September, von 9.30 bis 16 Uhr im CCB. Eine Ausstellung begleitet die Tagung. Der Eintritt kostet zehn Euro, für Therapeuten und Pflegekräfte 15 Euro, für Ärzte 20 Euro.

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