BREMEN - BREMEN - Gefühlvoll bewegen sich die Paare auf der Tanzfläche. Eng beieinander zaubern sie einen Tango aufs Parkett – als wäre man in Buenos Aires. Doch weit gefehlt. Es handelt sich auch nicht um den Saal einer Bremer Tanzschule.

Getanzt wurde an diesem Wochenende direkt an der Weser: Bei herrlichem Sonnenschein verbreitete die Aktion „Tango am Fluss“ am Martinianleger argentinisches Flair. Es sind – noch – professionelle Tänzer der Schule „Caminito“ aus Bremen, die das Publikum mit ihrer Darbietung begeistern. Viele Menschen sind an die Weser gekommen. Sie genießen bei einem kühlen Getränk und sommerlichen Temperaturen das argentinische Ambiente.

Später, als die Tanzfläche für alle geöffnet wird, kommen auch die Bremer, probieren Schritte aus, frischen ihre Kenntnisse aus der Tanzschule auf und lassen sich erklären, was den Tango ausmacht.

„Wir wollen mit dieser Aktion die Menschen zum Tango verführen“, sagt Cord Böttger, einer der Organisatoren von „Tango am Fluss“. „Es ist eine Einladung an die Bremer, sich dem Tango zu nähern und mitzumachen.“ Die Paare tanzen eng umschlungen, direkt am Wasser, sind dabei innig in den Tanz versunken. Tango gilt den Argentiniern nicht nur als die Berührung zweier Körper, sondern als die Berührung zweier Seelen.

Es ist eine Aktion des „Bremer Weltspiels“, das eigentlich dabei helfen sollte, die Hansestadt zur Kulturhauptstadt 2010 zu machen. Die Bewerbung ging bekanntlich verloren, doch das „Weltspiel“ blieb. Im Juni, Juli und August soll es daher noch drei weitere Termine für „Tango am Fluss“ geben. In Argentinien hat der Tango eine lange Tradition, er wird auf den Straßen, unter Brücken oder auf öffentlichen Plätzen getanzt. „Auch in Bremen hat sich der Tango längst seinen Platz erobert“, sagt Cord Böttger.

Doch bisher trafen sich die Tangueros in den Milongas der Stadt, also den Stätten, wo Tango getanzt wird. Das „Weltspiel“ holt den Tango aus den Milongas heraus und mitten in die Stadt hinein – ganz so, wie er in Argentinien getanzt und erlebt wird. „Wir feiern einen sinnlichen Abend unter freiem Himmel“, sagt Cord Böttger. Ein Vorhaben, das gelungen ist.

„Tango am Fluss – Heimat ohne Ort“ gibt es wieder am 25. Juni, am 23. Juli und am 27. August.