BREMEN - Die Bremer Metaller erhöhen den Druck auf die Arbeitgeber. Am Donnerstag folgten nach Gewerkschaftsangaben rund 3400 Beschäftigte aus sechs Betrieben dem Aufruf der IG Metall zu mehrstündigen Arbeitsniederlegungen. Allein im Bremer „Mercedes“-Werk beteiligten 3000 Arbeiter der Frühschicht am Warnstreik. Die Bänder standen still. Wegen des schlechten Wetters verzichtete die Gewerkschaft auf den geplanten Protestmarsch zum Hemelinger Marktplatz. Stattdessen machten auf einer Kundgebung vor „Tor 1“ laut IG Metall rund 500 Beschäftigte ihrem Unmut über die Haltung der Arbeitgeber Luft.
Sechs Betriebe ruhen
Auch beim Autositze-Hersteller „Lear Corporation“, beim Gabelstaplerproduzenten „Still“, bei den Automobilzulieferer „Magna Closures“ und „Faurecia“ sowie bei „Siemens“ ruhte kurzzeitig die Arbeit.
Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Geld, mehr Mitbestimmung bei der Leiharbeit und die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden. Die Arbeitgeber bieten bisher Einkommenserhöhungen von drei Prozent für eine Laufzeit von 14 Monaten.
Der Vorsitzende der gewerkschaftlichen Vertrauensleute, Ralf Wilke, wies die Behauptung der Arbeitgeber von Nordmetall zurück, die Lohnforderung sei zu hoch, da die Metaller zu den Topverdienern im Norden gehörten. Er verwies auf die Milliardenprofite der Automobilindustrie. Außerdem machen nach Wilkes Angaben die Personalkosten nur noch 16 Prozent der Herstellungskosten eines Autos aus.
Arbeitgeber kritisieren
Die Arbeitgeber reagierten auf den Streik verärgert. Die Gewerkschaft solle sich am Verhandlungstisch statt auf der Straße bewegen, kritisierte Nordmetall. Am Mittwoch, 9. Mai, werden die Verhandlungen für die rund 140 000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Bremen fortgesetzt.
