BREMEN - Der neue Radio-Bremen-„Tatort“ mit dem Titel „Ordnung im Lot“ setzt vor allem auf psychologische Spannung.

Hauptdarsteller Oliver Mommsen (Kommissar Stedefreund) sowie Claudia Prietzel und Peter Henning, die zusammen das Drehbuch geschrieben und Regie geführt haben, standen jetzt im Interview Rede und Antwort. Zu sehen ist die Folge am 12. Februar 2012 in der ARD.

Zunächst zum Inhalt: Als der 16-jährige Max Lange (Vincent Göhre) die Tankstelle gegenüber seinem Wohnhaus betritt, liegt der Besitzer erschossen im Verkaufsraum. Max‘ Mutter Silvia Lange (Mira Partecke) steht wie angewurzelt vor der Leiche mit einer Waffe in der Hand und bringt kein Wort heraus. Max befiehlt ihr, den Tatort sofort zu verlassen. Als am nächsten Tag Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) und ihr Kollege Stedefreund (Oliver Mommsen) eintreffen, um den Tatort näher unter die Lupe zu nehmen und Zeugen zu verhören, wird bald deutlich, dass mit der Familie Lange von gegenüber etwas nicht stimmt. Und auch die Witwe (Irene Rindje) und der erwachsene Sohn des Tankstellenbesitzers (Fabian Busch) verhalten sich seltsam. Die Kommissare geraten bei ihren Ermittlungen tiefer in Familiengeheimnisse als ihnen lieb ist.

Die beiden Regisseure Claudia Prietzel und Peter Henning führten schon bei dem 600. Jubiläums-„Tatort“ „Scheherazade“ Regie, für die aktuelle Folge schrieben sie auch das Drehbuch. „In diesem ,Tatort‘ müssen die beiden Kommissare mit einem großen psychologischen Verständnis an ihre Ermittlungen herangehen“, so Peter Henning. Claudia Prietzel fügt erklärend hinzu: „Lürsen und Stedefreund dringen hier in das Leben zweier Familien ein, deren Fassade längst bröckelt. Die Familienmitglieder lieben einander und wollen sich gegenseitig unterstützen, können es aber nicht – das ist das Drama.“

Gedreht hat die Filmcrew unter anderem an der Schlachte, im alten Bundeswehrhochhaus und im Steintorviertel sowie in Farge, wo auch die Tankstelle steht. Die Stimmung des Films ist düster, beklemmend und zieht den Zuschauer in eine fremde, scheinbar groteske Welt hinein.

Hauptdarsteller Oliver Mommsen weiß, dass dieser „Tatort“ nicht ganz einfach ist. Vieles werde lediglich angedeutet und habe manchmal schon fast etwas von einer Theateratmosphäre, findet der 42-Jährige. Dabei betont er: „Die beiden Regisseure haben eine große Herausforderung gemeistert: Die Aufklärung des Falls auf der einen und die Studie dieser psychisch kranken Frau und Mutter auf der anderen Seite haben sie geschickt miteinander verwoben.“

Mommsen ist zum 20. Mal dabei: Einen bestimmten Lieblings- „Tatort“ hat er nicht. „Mein Traum-„Tatort“ wäre eine Mischung aus allen, die ich bislang gedreht habe.“ Immer wieder gebe es etwas Neues an Stedefreunds Charakter zu entdecken. Auch die Zusammenarbeit mit Sabine Postel genießt der gebürtige Rheinländer: „Sie ist ein Riesen-Teamplayer, und wir können unheimlich gut zusammen lachen, das ist bei den langen Drehtagen oft sehr wichtig.“