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NWZonline.de Region Bremen

Technik: Empathie und Emotion sind wichtigster Unterschied

05.03.2020

Bremen Man findet sie in der Medizin, im Produktdesign, aber auch beim Militär und Marketing: Künstliche Intelligenz (KI) erobert die Welt. Einer, der sich sowohl mit KI als auch dem menschlichen Gehirn seit Jahren auseinandersetzt, ist der Neurowissenschaftler und Physiker Dr. Boris Nikolai Konrad (35). Das „Superhirn“ ist am Donnerstagabend Gastredner beim Siemens-Wirtschaftsforum im Atlantic Grand Hotel Bremen. Fragen und Antworten zum Thema.

Was ist Künstliche Intelligenz (KI) überhaupt?

Eine konkrete Definition zum Begriff gibt es bislang nicht. Grundsätzlich lässt sich KI als Teilgebiet der Informatik beschreiben, das sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen befasst. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass sich Wissenschaftler bis heute mit der Definition des Begriffs „Intelligenz“ schwertun. „Allgemein“, so Boris Nikolai Konrad, „wird die Fähigkeit menschähnlicher, kognitiver Leistungen darunter gefasst. Das sagt aber immer noch wenig aus.“ Was heute neu sei, seien riesige Datenmengen und verbesserte Rechenleistungen, die insbesondere im Bereich „Machine Learning“ aufeinandertreffen.

In welchen Bereichen wird KI eingesetzt und wo ergibt dies weniger Sinn?

Gerade bei routinemäßigen Aufgaben ist der Einsatz von KI von großem Nutzen, sagt Konrad. Dabei können diese kognitiv hoch anspruchsvoll sein, beispielsweise im Bereich der Radiologie, die sich auf die Auswertung medizinischer Bilder spezialisiert hat, oder bei Finanzexperten, welche Betrug und Täuschung erkennen und verhindern. Diese Aufgaben seien zwar zum Teil hoch anspruchsvoll, dennoch routinierte Tätigkeiten und somit für den Einsatz von KI sehr gut geeignet. Und doch gibt es Themen, bei der KI bislang keine große Rolle spielt. Konrad nennt hier unter anderem den Beruf des Friseurs, Barkeepers oder Pflegers. All diese Aufgaben sind theoretisch durch einen Roboter zu leisten, „doch da, wo menschlicher Austausch, Empathie und Emotion sehr wichtig sind, wird KI keine große Rolle spielen“. Der Mensch stelle immer noch die Aufgabe, so Konrad. „Eine KI, ein Roboter, hat keinen eigenen Willen, kein eigenes Ziel und keine Emotion. Das ist eine wichtige Unterscheidung.“

Kann zu viel KI für den Menschen gefährlich werden?

Angst vor „zu viel“ KI kann Konrad nachvollziehen, doch sei sie selten ein guter Berater. „Wir sollten sachlich betrachten, wo Chancen und wo Risiken liegen.“ Vor allem liege die Gefahr beim Missbrauch durch den Menschen, aber nicht in der Technologie selbst. „Aber wenn beim Militär Menschen entscheiden, Drohnen mit KI zu bestücken, welche dann automatisiert entscheiden, wen sie erschießen – dann habe ich auch Angst.“ Gefahr im Alltag bestehe dann, wenn wir KI einsetzen, die wir nicht verstehen, so Konrad. „Wenn eine Bank eine KI benutzt, die entscheidet, wer den Hauskredit bekommt und wer nicht, aber nicht erklären kann, wieso, dann ist auch das ein Risiko und Problem.“

Können Roboter intelligenter sein als Menschen? Können Roboter Menschen intelligenter machen?

Roboter können – eingeschränkt auf ihren Bereich – intelligenter sein als Menschen, meint der 35-Jährige. Das zeige sich unter anderem beim Schach oder beim Brettspiel „Go“. Zwar gelten Profis in diesen Spielen als besonders intelligent, doch laut Konrad werde es nie wieder Menschen geben, die gegen die besten Computer gewinnen könnten. Besonders beim Programm „AlphaGo“, das eigenständig Spielzüge herausfand, die Menschen noch nicht kannten, werde diese Erkenntnis deutlich. Heute nutzen „Go“-Profis genau diese Züge. „So gesehen hat die KI die Menschen intelligenter gemacht“, sagt Konrad.

Und wie kann ich selber intelligenter werden und mein Gehirn trainieren?

„Wissen aufnehmen statt es nur zu googeln“, heißt eine Devise Konrads. Die andere: lernen. Wer etwas lerne, nehme nicht nur Wissen auf, sondern mache sein Gehirn ganz allgemein leistungs- und lernfähiger, eben „besser“. Als Tipp nennt er die „Loci-Methode“, eine einfache Technik, um sein Gedächtnis zu trainieren. Viele Gedächtnissportler nutzen diese Methode. Vereinfacht gesagt legen sie in einem Raum oder auf einem Weg Ankerpunkte ab, die sie sich merken. Auch von der KI als Werkzeug könne der Mensch lernen – „und am Ende schlauer sein, nicht blöder“. Doch: „Dass es so kommt, ist leider noch nicht garantiert.“

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