BREMEN - Die Weichen sind gestellt und es bläst ein starker Rückenwind. Der international agierende Bremer Windparkbetreiber, die wpd think energy GmbH & Co. KG (kurz: wpd), hat jetzt Ballast Nedam aus den Niederlanden und A2SEA aus Dänemark mit dem Bau des ersten deutschen Offshore-Windparks „Baltic I“ in der Ostsee beauftragt.
Deutschland ist immer noch Wind-Weltmeister. In keinem anderen Land drehen sich so viele Windräder. Ende 2007 waren zwischen Flensburg und Garmisch 19 460 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 22 247 Megawatt installiert. Und die decken rund 7,2 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Das geht aus den Zahlen des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) in Wilhelmshaven hervor. Und es wird weiter gebaut – vor wenigen Tagen wurde beispielsweise die 2000. Windenergieanlage in Sachsen-Anhalt eingeweiht. Doch der Ausbau an Land stößt langsam an seine Grenzen. So nimmt die Branche jetzt Kurs aufs offene Meer, Kurs offshore.
„Unsere Wahl ist auf zwei Unternehmen mit viel Offshore-Erfahrung gefallen“, sagt wpd-Offshore-Geschäftsführer Achim Berge. Das holländische Unternehmen ist für Design, Lieferung und Installation der Monopile-Gründungsstrukturen für die 21 Windkraftanlagen verantwortlich. Die Installation der Stahlrohre mit dem Schwimmkran „Svanen“ soll im Januar 2009 beginnen.
Ein halbes Jahr später startet A2SEA mit dem Bau jener 21 Windräder (Typ: Nordex N 90) mit je 2,5 Megawatt Leistung. Derweil hat die Züblin AG aus Stuttgart mit dem Bau der Offshore-Forschungsplattform „FINO3“ begonnen. Mitte des Jahres soll diese auf einem Monopile in 22 Metern Wassertiefe etwa 80 Kilometer nordwestlich von Sylt ins Wasser gesetzt werden. In einer Höhe von 120 Metern soll „FIN03“ wissenschaftliche Daten für die Offshore-Windenergie sammeln, heißt es.
Beide Projekte werden auf der Konferenz „Windstärke 08 – Kurs offshore“ vom 30. Juni bis 2. Juli in Bremerhaven ausführlich beleuchtet. Hauptthemen der von der Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen (WAB) organisierten Konferenz sind die Installationslogistik sowie Service, Wartung und Zugangssysteme von Offshore-Windparks. „Viele Vorträge befassen sich sehr konkret mit Projektumsetzungen in Deutschland, aber auch im europäischen Ausland“, sagt Steffen Schleicher, Offshore-Projektleiter der WAB. Schirmherr der Konferenz ist Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). www.windenergie-agentur.de
