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NWZonline.de Region Bremen

Wenn ein Mann zum Vater wird

28.09.2019

Bremen Mit „Hi Dad – Hilfe, endlich Papa“ hat sich Markus Weise, kürzlich Vater geworden, an ein Ein-Personen-Stück gewagt. Mit Erfolg. Der Delmenhorster wechselt überzeugend zwischen den Rollen, ist impulsiv und sorgt dafür, dass die zwei Stunden auf dem Theaterschiff an der Tiefer wie im Fluge vergehen. Er zeigt Erfahrungen und Gefühle, die kommen, wenn aus Männern Väter werden. Das Publikum der ausverkauften Premiere ist begeistert und dankt mit stehenden Ovationen.

Ja, der Teststreifen ist blau. Heike wird Mama. Tom wird Papa. Was sagen? Was hätten wichtige Personen aus der Weltgeschichte gesagt? Tom probiert es in Gedanken mit Napoleon, setzt einen entsprechenden Hut auf und sagt: „Ab jetzt scheiß‘ ich auf die Weltherrschaft. Ich bau’ nur noch Burgen in die Sandkästen.“ Was er zu Heike sagt, wirkt eher verstört: „Blau. Blau ist schön schwanger. Schwanger ist eine schöne Farbe.“

Die Vorbereitungen laufen. Erst eine Krippe oder gleich ein Kinderbett kaufen? Weise erscheint mit Hörnern. Der Teufel ist da und will Wellness-Produkte für Babys verkaufen. Der lockt Tom sogleich von der Basisausstattung weg. „Das ist für die unterprivilegierten Nachbarskinder.“ Der Wettbewerb geht noch weiter, denn Kinderwagen lassen sich gehörig aufmotzen. Weise überzeugt mit dem Tonfall eines echten Autoprolls. „Meiner hat Geländereifen.“ Auch Frontspoiler und Beleuchtung soll es für Kinderwagen geben.

Wohlriechende Ärzte

Tom fragt, was für einen Frauenarzt sich Heike wünscht. Er schlüpft in die Rolle von Heike, blickt kurz vor sich hin und sagt dann mit zarter, naiver Stimme: „Einen, der gut riecht.“ Das ist natürlich ein merkwürdiges Kriterium, aber Tom sieht ein, dass sich Frau und Frauenarzt nun mal sehr nahekommen. Der Frauenarzt, der es wird, ist sogar aufwendig mit Gel frisiert. Tom ist beim Arztbesuch dabei und findet den behandelnden Schönling gleich unsympathisch. Der Arzt sagt: „Schön, dass Sie mal wieder reinschauen, dann kann ich auch mal reinschauen.“

Eine bedrückende Situation für Tom. „Meine Frau zieht sich aus für einen anderen Mann, mit mir im selben Raum“, sagt Tom. Weise bringt sich als Heike in Pose, setzt sich auf einen großen Gymnastikball, die Beine weit gespreizt, den Blick erwartungsvoll nach oben gerichtet. Dann steht er auf und beschreibt als Tom die Arbeit des Arztes. Dafür entschädigt ein Ultraschallbild. „Man ist so stolz auf dieses Kind, in das man anfängt, sein Aussehen rein zu interpretieren, obwohl es noch aussieht, wie eine Nordsee-Krabbe“, sagt Tom.

Beim Geburtsvorbereitungskurs dürfen (oder müssen?) die Männer alle Übungen mitmachen. Weise zeigt eine Beckenbodenübung auf dem Gymnastikball, ausgeführt mit erotisch eingefärbten Sprechgesang. Daraus wird eine Tanzszene zu Hip-Hop. „Wir wurden so gut darin, dass ich dachte, wir sollten damit auftreten“, erklärt Tom.

Doch statt der Auftritte folgt die Geburt. Die ist hart. Heike bringt es auf den Punkt. „Stell Dir vor, Du hast Melonenschorle getrunken mit ganzen Früchten. Jetzt musst Du die Melonen wieder rauskriegen. Durch Deinen Pimmel!“ Ein Töchterchen kommt mit Hilfe der Saugglocke.

In der Rolle des Kindes

Weise schafft es auch gut in die Rolle des Kindes zu schlüpfen. Etwa, als dieses sich bei einer Autofahrt in typischer Weise gegen das Einschlafen wehrt. Weise rollt die Augen, bewegt den Kopf locker. „Ich kann jetzt nicht einschlafen. Da ist eine interessante Fliege an der Fensterscheibe“, sagt er mit hoher Stimme. Natürlich passiert noch mehr: Dauerbesuch. Windelwechsel. Schlaflose Nächte. Doris (62) aus Bremen und selber Mutter sagt nach der Premiere: „Die haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Aber natürlich haben sie auch übertrieben.“

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