BREMEN - Seit 1999 sind 8000 Patienten behandelt worden. Alternative Heilmethoden und und individuelle Beratung stehen im Mittelpunkt.

von Ralf Sussek

BREMEN - Die Bauaktivitäten im Klinikum Bremen-Mitte haben jetzt schon ihr Gutes: Das Institut für Chinesische Medizin des DRK Bremen ist umgezogen – in die sanierten und neu gestalteten Räume im ehemaligen Telegrafenamt aus dem Jahr 1920.

Eine Atmosphäre, die so gar nicht an ein Krankenhaus erinnert: Ein Wartebereich mit roten, weichen Stühlen, ein dicker goldener Buddha thront wie zur freundlichen Obhut auf einem in der Nähe stehenden Tisch. Ein Zimmerbrunnen in der Ecke plätschert sein beruhigendes Liedchen, Tee kann aus einem chinesischem Porzellanservice zu sich genommen werden. Dazu kommen nun sieben Behandlungsräume. Und neue Büros. Und, und, und.

Direkt an der Ecke Bismarckstraße/Friedrich-Karl-Straße 55 ist das Institut für Chinesische Medizin (ICM) jetzt zu finden – mit Parkplätzen im Hof und Wohlfühlcharakter. Jährlich sind es nach Angaben von Anke Fröhlich über 900 Patienten, die das chinesisch-deutsche Ärzteteam mit seinem Leiter Professor Dr. Hanns Gunschera aufsuchen, seit der Eröffnung im Februar 1999 waren es bereits über 8000.

So wie die Patientin, die gestern ihre letzte Behandlung im Institut für Chinesische Medizin hatte. Knieprobleme haben sie hierher geführt. „Die Ärzte im Krankenhaus wollten operieren“, sagt sie. Und spricht für viele. „Ich wollte das nicht.“ Die Bremerin wandte sich an die Ärzte im Institut für Chinesische Medizin.

Nach einer aufwendigen Anamnese wurde die Patientin mit Akupunktur und einer Teemischung behandelt. „Den muss ich in einer bestimmten Art und Weise kochen und einmal täglich trinken.“ Schmecken tut er nicht, aber helfen. Die Schmerzen beim Treppensteigen und Aufstehen sind jetzt weg, nur ab und zu zwickt es noch mal ein wenig, berichtet die Frau.

Überhaupt sind Arzneimittel eine wichtige Behandlungsmethode in der chinesischen Medizin. Kräuter nehmen sogar einen größeren Raum als Akupunktur ein. Die verschiedenen Rezepturen unterstützen den Heilungsprozess zusätzlich. Auch im ICM. Außerdem können eine individuelle Ernährungsberatung oder die Bewegungsmeditation Qigong Patienten helfen, ihre Lebensenergie aktiv einzusetzen.

Ebenso wie eine realistische Einschätzung der Heilungschancen. „Wir versprechen keine Wunder“, sagt Anke Fröhlich. All dies zeigt den „anderen Ansatz“ der chinesischen Medizin. Sie betrachtet Krankheiten als Hinweis auf ein Problem, dessen Ursache im Zusammenspiel der Organsysteme liegt. Gunschera: „Das Angebot aller Säulen der chinesischen Medizin ist unser Ziel. Damit haben wir die besten Heilungs- oder Linderungschancen.“

Mehr Infos unter

www. drk-icm.de