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NWZonline.de Region Bremen

Das Ritual mit dem Rotwein

31.01.2018

Bremen „Die Weine sind etwas ganz Besonderes bei der Schaffermahlzeit. Sie sollen ihr einen gewissen Glanz geben“, sagt Eduard Dubbers-Albrecht, der für die fachliche Organisation der sorgfältigen Weinauswahl zuständig ist. Und dieses Prozedere ist ein richtiges Ritual – auch bei den Vorbereitungen für die 474. Schaffermahlzeit am Freitag, 9. Februar.

Für das Essen – 85 Liter Hühnersuppe, 125 Kilogramm Braunkohl, 85 Kilogramm Stockfisch – sind zum zweiten Mal Elke und Oliver Schmidt von Grashoff am Loriotplatz verantwortlich. Und für den Wein? Ein Ritual braucht Regeln – die Schaffermahlzeit hat ihr Weinstatut. Darin steht auch, dass nur Bremer Weinhändler liefern dürfen, sagt Dubbers-Albrecht. „Der Bremer Weinhandel hatte viele Jahrhunderte eine große Bedeutung für Bordeaux.“ Der Seeweg von dort nach Bremen war kurz und „sicherer als der Landweg“. In den Kellern an der Schlachte, wo früher mal der Hafen war, lagerte der Wein. Längst haben sich Logistik und Lieferwege geändert. Bei der Schaffermahlzeit aber ist man dem Bordeaux treu geblieben. Womit wir wieder beim Ritual wären.

Als Lieferanten zugelassen sind für den Bordeaux acht Bremer Firmen, sagt Dubbers-Albrecht. Neun Unternehmen dürfen Weißwein liefern. Beim Weißen wird ein „eher leicht zugänglicher Wein“ gewünscht – „gut bekömmlich und mit einem Tick Säure“. Und der Bordeaux? „Er muss zum Zeitpunkt der Probe mindestens vier Jahre alt sein.“ Und er soll Potenzial haben, sprich: auch in ein paar Jahren noch herausragend schmecken. Dubbers-Albrecht: „Wir suchen etwas heraus, das Haltbarkeit hat und gut trinkbar ist.“

Um so einen Wein auszuwählen, sind zwei Proben vonnöten. Zuerst – so regeln es die Statuten – kommt die „fachliche Vorprobe“ im Herbst. Einige Tage später folgt die „Hauptprobe“, bei der auch die kaufmännischen Schaffer und die Kapitänsschaffer dabei sind. Es stehen je drei Weine zur Wahl. Bei der Probe im Weinkeller des Atlantic Grand Hotels darf nicht geraucht und gesprochen werden – Ablenkung unerwünscht. Die Farbe der Weine wird bei Kerzenschein geprüft.

Am folgenden Tag hat Dubbers-Albrecht dann die Aufgabe, die beiden Sieger zu informieren. Der Bordeaux-Lieferant muss nachweisen, dass sich 2400 Flaschen in seinem Eigentum befinden, so Dubbers-Albrecht. „Das ist schon eine große Menge.“ Vom Weißwein müssen 750 Flaschen verfügbar sein.

Dabei werden bei der Schaffermahlzeit im Rathaus „nur“ etwa 220 bis 250 Flaschen vom Roten und 100 Flaschen vom Weißen getrunken. Was geschieht mit dem Rest? Nun, es gibt ja noch die „Schmeckemahlzeit“ am Montag vor der Schaffermahlzeit, die Generalversammlung der Stiftung Haus Seefahrt (Dienstag, etwa 350 Teilnehmer) und das Prövenermahl auf dem Seefahrtshof in Grohn am Sonnabend nach der Schaffermahlzeit. Und dann haben Schaffer und Gäste natürlich auch noch die Möglichkeit, Wein zu kaufen – und die wird gern genutzt.

Und welche Weine werden nun in diesem Jahr serviert? Noch geheim! Womit wir wieder beim Ritual wären.

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