BREMEN - BREMEN - Ein Mann hat am Donnerstagnachmittag im Bremer Klinikum Ost eine 59-jährige Ärztin durch Messerstiche schwer verletzt. Der 27-Jährige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes in der Psychiatrie untergebracht – auf dem Gelände des Klinikums Ost.

Der Mann ist den Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge psychisch krank. Im vergangenen Jahr war er im Klinikum Bremen-Ost in Behandlung. Das Amtsgericht hatte ihn nach dem Bremischen Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (BremPsychKG) eingewiesen, weil er mit der Begehung von Straftaten gedroht hatte.

Eine solche Einweisung ist bei einer psychischen oder Suchtkrankheit und einer erheblichen Gefährdung der eigenen oder einer anderen Person möglich. Über diese Einweisung und die Behandlung danach wollte der 27-jährige am Donnerstag mit seinen Ärzten reden. Gemeinsam mit dem Chefarzt und der Oberärztin fand die Unterhaltung in „ruhiger und sehr entspannter Atmosphäre“ statt, hieß es. Als die 59-Jährige jedoch auf die Station gerufen wurde und das Gespräch beenden wollte, zog der 27-Jährige ein Küchenmesser und stach auf die Frau ein, berichtete die Polizei gestern.

Ein hinzueilender Mediziner und der Chefarzt konnten dem Angreifer das Messer schließlich entwinden. Die Ärztin erlitt Stichverletzungen in der Brust und am Arm, die nicht lebensbedrohlich sind.

In der Vergangenheit hatte es in Bremen mehrfach aufsehenerregende Taten psychisch Kranker gegeben. 2004 wurde eine 42-jährige Frau in die Psychiatrie eingewiesen, die in der Neustadt eine seinerzeit 25-jährige Studentin umgebracht hatte; auch ein 29-Jähriger, der seine 61 Jahre alte Mutter getötet hatte, musste in die Forensik. In allen Verfahren kritisierten Gutachter Versäumnisse in der Arbeit des Sozialpsychiatrischen Dienstes oder der bremischen Gesundheitspolitik.