BREMEN - Unter dem Titel „Erleben, was die Welt bewegt“ ist ab diesen Sonnabend eine neue Dauerausstellung im Bremer Übersee-Museum zu sehen. „Es geht um globale Fragestellungen. Ist das Klima noch normal? Wie viele Nationalitäten hat mein Auto? Was würde ich mitnehmen, wenn ich meine Heimat verlassen müsste?“, beschreibt die Museums-Direktorin Wiebke Ahrndt die Inhalte des neuen Projekts.
Es war das „bislang anspruchsvollste Dauerausstellungsprojekt im Zuge der Neukonzeption des Hauses“, sagte Ahrndt weiter. Drei Jahre Vorbereitungszeit, gut 550 Exponate, 1300 Quadratmeter Ausstellungsfläche – 2,1 Millionen Euro kostete die neue Ausstellung. Antworten geben will sie in sieben Themenbereichen.
Den Besucher überrascht zunächst die Helligkeit in den Räumen. Große Exponate fallen ins Auge, kleinere wollen entdeckt werden. Besucher können forschen und experimentieren. Sie können etwas aufblättern, Stimmen und Musik zuhören, an Computern herumdrücken. Man kann sich aber auch einmal hinsetzen und das Gesehene und Erlebte wirken lassen.
Wer etwa die Geschichte der Kinderjockeys in den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört hat, wird Kamelrennen nicht mehr als exotischen Nationalsport und Touristenattraktion gutheißen können. Es ist vorgekommen, dass kleine Jockeys – über Menschenhändler ins Land gebracht – von Kamelen zu Tode getrampelt wurden.
Brennend aktuelle Themen ins Museum holen. Einmal mehr die hauseigenen Sparten Völkerkunde, Natur und Handel verbinden. Die aktuellen Themen obendrein noch in ihrer weltumspannenden Bedeutung darstellen. Diese Ziele hatte sich das Übersee-Museum für die Dauerausstellung gesetzt – und es hat sie zweifellos erreicht.
