BREMEN - BREMEN/JE - „Die Firmenchefs in den alten Hafenrevieren sollten sich am alten Bremer Motto ,wagen un winnen‘ ein Beispiel nehmen, statt gegen jegliche Neuerung auf dem Riesengelände Sturm zu laufen.“ So kommentierte die Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Karin Krusche die mit einem Lärmimmissions-Gutachten unterlegte Forderung der ansässigen Firmen nach einer vornehmlich wirtschaftlichen Nutzung der Überseestadt.
Krusche sagt: „Wir reden über eine riesige Fläche. Es geht um 300 Hektar. Auf einer Länge von vier Kilometern ist eine Mischnutzung von Wohnungen, Büros und Gewerbe natürlich möglich.“ Und weiter: „Die Firmenchefs haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Ihre Position ist kleinkariert und rückwärtsgewandt.“ Niemand wolle die Unternehmen vertreiben, aber sie dürften nicht allein über die Zukunft der alten Hafenreviere entscheiden. Am kommenden Mittwoch wird sich die Wirtschaftsdeputation mit dem Thema Überseestadt beschäftigen.
Der Grüne Klaus Möhle sagt: „Ich erwarte, dass alle rechtlichen Spielräume für eine Mischnutzung des riesigen Geländes genutzt werden, ohne die Existenz der vorhandenen Firmen zu gefährden.“
Daniel de Olano, FDP-Kreisvorsitzender in Bremen-Mitte, sagt, es sei richtig, dass den Unternehmen im Holz- und Fabrikhafen Bestandsschutz zugesichert worden sei. Die „Hafenkante“ aber auch durch die Ansiedlung des Großmarktes vom Rest der Überseestadt abzuschneiden, sei ein vermeidbarer Fehler der großen Koalition gewesen. De Olano jedenfalls folgert: „Wohnbebauung an der ,Hafenkante’ erscheint in weite Ferne gerückt.“
