BREMEN - Für die meisten ist die Physik eine Wissenschaft, die zum entnervten Stöhnen anregt. Das gilt jedoch nicht für die Reihe „Saturday Morning Physics“. Dabei begeisterten zwei Physik-Professoren der Universität Bremen das bunt gemischte Publikum mit einer Experimental-Physik-Vorlesung der besonderen Art.

Spannung pur

„Wenn unser Lehrer so den Physikunterricht machen würde, wären die Stunden viel spannender“, fand der 13-jährige Matthias aus Horn. Und das, obwohl gleich das erste Experiment „durchgebrannt“ war. Dabei sollte ein Ball auf einem Fahrradreifen balanciert werden. Über einen Ultraschallsensor wird die Geschwindigkeit des Reifens gesteuert, so dass der Ball im Gleichgewicht bleibt. „Das schieben wir dann direkt mal raus, wir haben ja noch einiges dabei“, kommentierten die Physiker das Malheur gelassen.

Keine Übertreibung, es gab vieles zu bestaunen, zum Beispiel einen Professor, der keine Angst vor einem Pendel hat. Der Umweltphysiker Prof. Justus Notholt ließ ein Pendel mit schwerer Holzkugel direkt vor seinem Gesicht starten, musste aber nicht befürchten, auf dem Rückweg des Pendels einen „Schwinger“ zu bekommen, denn es schlägt auf keinen Fall höher aus als bis zu dem Punkt, von dem man es starten lässt.

Später fungierte Notholt als Kabel. Er hielt eine Leuchtstoffröhre an eine Energiequelle, die nächste Röhre hielt er in der anderen Hand. Das andere Ende der zweiten Röhre umfasste sein Kollege, der Physiker Illja Rückmann. Beide Röhren leuchteten. „Es kribbelt noch nicht mal“, erklärten die beiden, „denn der Strom fließt nur auf der Haut“. Trotzdem gaben die beiden Experten dem Publikum einen wichtigen Hinweis mit auf den Weg: Laien sollten das Experiment zu Hause auf keinen Fall nachmachen!

Stuhl dreht sich von allein

Doch damit nicht genug der überraschenden Experimente: Glas, das durch einen Ton zerspringt, ein Drehstuhl, der sich mit Hilfe eines Kreisels wie von Geisterhand bewegt und ein Ball, der eine Kurve dreht, obwohl er gerade gerollt wird – das alles konnte das Publikum bestaunen.

„Ist ja toll, was man mit Physik alles zaubern kann“, fand die achtjährige Marie, die gemeinsam mit ihrem Vater das Spektakel verfolgte. Für die gesamte Veranstaltung galt allerdings: Das ist keine Zauberei, sondern beruht alles auf physikalischen Gesetzmäßigkeiten – auch wenn so mancher Zuschauer das kaum glauben konnte.