BREMEN - Schattige Plätze sind praktisch nicht mehr zu ergattern. Trotzdem lässt sich ein großes Publikum die Auftritte von „The human God“ und „Gregor Meyle & Band“ auf dem „Duckstein-Festival“ nicht entgehen. Die Holzbänke und Treppenstufen am Europahafen in der Überseestadt sind gut besetzt.
Uri Weis leidet an Selbstüberschätzung. Als erster fliegender Mensch will er in die Geschichte eingehen. Schweißperlen tropfen dem Artisten, Jongleur und Komödianten vom Körper. Kein Wunder, zwängt sich der „menschliche Gott“ in einen knallroten, riesigen Luftballon. Erst steckt nur der Kopf drin, später verschwindet der ganze Körper in der dünnen Gummihülle. Höhepunkt der auf Englisch moderierten „One-Man-Show“: „The human God“ stürzt sich bestens geschützt mit Halskrause und auf den Rücken geschnalltem Luftkissen von der obersten Stufe seiner Leiter. Gut, der lächerliche Anblick sorgt für Erheiterung bei den Festivalzuschauern. Doch die Show erweist sich noch gerade so als netter Klamauk. Die Bühne auf dem Ludwig-Franzius-Platz hat während des Festivals schon besseres Straßentheater gesehen.
Doch die Atmosphäre stimmt. Ebenso das kulinarische Angebot: Selbst die im vergangenen Jahr noch vermissten Fischspezialitäten finden sich auf den Tellern wieder. Der 2008 durch einen Stefan-Raab-Gesangswettbewerb bekannt gewordene Gregor Meyle und seine Band präsentieren am Kopf des Europahafens „was fürs Herz“: Balladen wie „Dann bin ich zu Hause“ und „Das Schlimmste ist vorbei“. „Die Akustik könnte besser sein, aber es ist schön, dass das Festival dieses Jahr noch besser angenommen wird“, freuen sich Birke Elbrecht und Schwester Anne.
Wenn alles gut läuft, will Festivalleiter Thorsten Weis mit dem „Duckstein-Festival“ auch im nächsten Jahr wieder an diesen „besonderen Standort“ zurückkommen.
Das „Duckstein-Festival“ dauert bis kommenden Sonntag. Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag, 18 bis 23 Uhr, Sonnabend, 14 bis 23 Uhr, Sonntag, 12 bis 23 Uhr. Der Eintritt ist frei.
