BREMEN - Was sagt man dazu? Da sitzt doch tatsächlich Elvis in einem Einkaufswagen, Schlagzeug spielend, und wird von Soul-Legende James Brown höchstpersönlich durch die „Berliner Freiheit“ geschoben. Am Wochenende verwandelten Straßenkünstler aus ganz Deutschland und den Niederlanden das Vahrer Einkaufszentrum in eine Show, Titel „Vahrieté“.
Elvis, James Brown und Kollegen gehörten zu der Künstlergruppe „Four Shops“ aus Köln. Mit funkiger Musik und rheinischer Frohnatur sorgten sie für viel Stimmung im Einkaufszentrum. Während die mobile Band durchs Einkaufszentrum schlenderte, wuchs die Schar von Zuschauern, die sie hinter sich herzogen, stetig. Auch andere Gestalten, wie zwei riesig große Stelzenfiguren, Jongleure und Clowns, zogen die Leute in ihren Bann.
Kunden, die nur vor Ort waren, um einzukaufen, hatten es etwas schwer. Eine Frau versuchte mühsam ihren Einkaufswagen durch die Menschenmenge zu schieben, zeigte sich aber verständnisvoll: „Es ist zwar gerade umständlich für mich, aber generell finde ich es toll, dass eine solche Veranstaltung hier stattfindet“, sagte sie.
Währenddessen baute die Akrobatin Mariann Engels ihre Seilkonstruktion im Foyer des Einkaufszentrums auf. Zu Peggy Lees Hit „Fever“ stieg sie in anmutigen Bewegungen auf das zwölf Millimeter dünne Stahlseil, balancierte, hüpfte und jonglierte darauf. Einer der Höhepunkte war, wie Engels einen Stuhl auf das Seil stellte und bequem darauf Platz nahm. Eine ältere Dame aus der Vahr, die der Seiltänzerin mit großen Augen zuschaute, sagte, dass sie die gesamte Aktion sehr schätze. „Das ist doch eine gute Idee, Einkaufen und Unterhaltung auf so nette Weise miteinander zu verbinden.“
Obwohl die „Berliner Freiheit“ brechend voll war, gingen offensichtlich nur sehr wenige Leute einkaufen. In den meisten Läden herrschte gähnende Leere. Zwei Verkäuferinnen erklärten, dass sie an solchen Tagen nicht viel Umsatz machten. „Ich mag diese ganze Spektakel, aber fürs Geschäft ist das nicht besonders förderlich. Eben wollte ich einen Kunden beraten, musste aber die ganze Zeit gegen die laute Musik anschreien“, so eine der Frauen.
