BREMEN -
von jörg esser
BREMEN - Der Trend wird zur Bewegung. Immer mehr ältere Menschen drängen vom Land zurück in die Stadt. Vor allem, wenn die Kinder ausziehen. Dann sind die Häuser zu groß und die Grundstücke viel zu groß. Aktive Senioren wollen eine „Struktur mit vernünftiger Versorgung“, sagt Bremens Bausenator Ronald-Mike Neumeyer (CDU). Dazu zählen Kulturangebote, ein funktionierender Nahverkehr und alles, was mit urbanem Leben zu tun hat. Bis zum Jahr 2020, das sagen Studien, wird der Anteil der über 65-Jährigen in Bremen um rund 21 500 bzw. 17 Prozent ansteigen. „Darauf müssen wir uns einstellen“, sagt Neumeyer. Das heißt: Bremen braucht zusätzlichen seniorengerechten Wohnraum. Gestern legte Neumeyer ein Handlungskonzept mit 15 Standortvorschlägen für „Wohnen im Alter“ vor. „Der Nachfragedruck wird schon jetztspürbar“, ergänzt der Senator. Und weiter: „Wohnen und Bauen werden Zukunftsthemen der Stadt bleiben.“ Das Bauressort setzt vor allem auf „Innenverdichtung“ und auf die Umnutzung von alten Industriebrachen. So zählt das TÜV-Gelände in Hastedt zu den 15 vorgeschlagenen Standorten für seniorengerechtes Wohnen. Vorgesehen ist, ein zurzeit leerstehendes Gebäude mit Raum für 20 Wohnungen (41 bis 68 Quadratmeter groß) entsprechend umzubauen. „Eine entsprechende Entwurfsplanung liegt bereits vor“, heißt es. Auch das Areal des Klinikums Mitte (St.-Jürgen-Straße) haben die Planer im Visier. Bei der Neuentwicklung der Klinik werden 8,5 Hektar des Geländes frei – ein großes Potenzial. Die 15 Standorte sind übers Stadtgebiet verteilt – vier gibt’s im Norden, eines im Westen, eines in Mitte, vier im Osten und fünf im Süden. Hierzu gehört die ehemalige Stadtbibliothek Neustadt in der Friedrich-Ebert-Straße. „Eine Wohnnutzung des Gebäudes in Teilbereichen ist sehr gut vorstellbar“, steht im Konzept
des Bauressorts, das sich vor allem an potenzielle Investoren richtet. Das Papier dient auch als Grundlage eines Fachtags zum Thema „Wohnen in Bremen – eine generationengerechte Adresse“ am 5. Mai.
